Jahresrückblick: RUHR.2010 und die freie Szene

Im Kulturhauptstadtjahr konnte die freie Kunst- und Kultur-Szene zeigen, was in ihr steckt. Mitten drin und stets dabei war zum Beispiel Rolf Dennemann, seines Zeichens künstlerischer Leiter von artscenico, einem Verein für Theater, Tanz und multimediale Produktionen. Rolf Dennemann, auch kurz DMan genannt, berichtet seit Beginn der Kulturhauptstadt in seinem Online-Tagebuch über Dinge, die ihn berühren und beschäftigen. Er besuchte zahlreiche Veranstaltungen und die Local Heroes Städte - und machmal ging es auch einfach um ganz banale Dinge, die 2010 passiert sind. Mal ernst, mal amüsant ironisch. Ab Januar 2011 geht der Kulturhauptstadt-Blogger auf Lesereise.

The Smoker - Foto: Rolf Dennemann
The Smoker - Foto: Rolf Dennemann
Water - Foto: Rolf Dennemann
Water - Foto: Rolf Dennemann
Luna Park (Istanbul) - Foto: Rolf Dennemann
Luna Park (Istanbul) - Foto: Rolf Dennemann









Auf Kunst und kreatives Potential aufmerksam machen

Joscha Hendricksen nimmt innerhalb der freien Szene gleich mehrere Positionen ein. Er ist Vorsitzender des Vereins zur Kunstförderung „Port e.V.“ und Pressesprecher der Künstlergruppe „freiraum2010“. Als Hahn von Opel oder auch Tarnstrand performt er bei Veranstaltungen wie Denkodrom oder Nicken im Sitzen. Auf 2010LAB.tv zeigt er sich ebenso vielfältig. Ob Berichte von der Hausbesetzung in Essen, eigene Gedichte oder provokante Thesen. Um auf Kunst und kreatives Potential aufmerksam zu machen, ließen Joscha, Hahn und Tarnstrand ihre Energie sprühen.

Das Ruhrgebiet - aufgenommen und abgemischt
Das Ruhrgebiet - aufgenommen und abgemischt

Im Jahresrückblick 2010 zu erwähnen sind auch die Berichte von Sven Stienen und Michael Blatt. Ob Musik, Politik, Design, Ausstellungen oder Gastronomie. 2010 war eine Menge los und die beiden Journalisten immer mittendrin. Speziell im Bereich Musik führte auch Jens Kobler zahlreiche Interviews mit Bands, Labels und Veranstaltern. Die Jazz-Szene beleuchtet Michael Rüsenberg in seinem Jazz Atlas Ruhr, der voll mit Interview- und Livemitschnitten, Fotos und Berichten ist. Einen allgemeinen und äußerst unterhaltsamen Blick auf die Musiklandschaft Ruhr zeigten Jens Mayer, Peter Hesse und Jörg Stiepermann in ihrer Episodenreihe „Aufgenommen und abgemischt“.
 

Favoriten2010, SLAM2010, T.A.I.B. und was sonst noch los war


Bild von: gigopropaganda.com
Bild von: gigopropaganda.com
Und was war sonst noch los? Ganz schön viel. Im Bereich Theater fand Favoriten2010, das freie Theaterfestival, statt. Die Mitternachtsflohmärkte in Bochum wurden ein voller Erfolg und das Visions-Magazin veranstaltete auch ein Jahr nach ihrem 20. Jubiläum mit dem Westend-Festival eine Partyreihe, die auch in den kommenden Jahren weiter Bestand haben soll. Im Bereich Streetart konnte der Essener Künstler Gigo den Kulturhauptstadtbesuchern sein Werk direkt am Bahnhof präsentieren. Der SLAM2010 zeigte, dass auch im Bereich Poetry Slam ein riesiges Potential steckt und Concrete Playground meets Streetlab holte die niederländische Szene in den Pott.

T.A.I.B. - Foto: Sven Neidig
T.A.I.B. - Foto: Sven Neidig
Mit dem T.A.I.B, einer "temporären architektonischen Intervention in einer Baulücke", wurde in der Bochumer Innenstadt eine kostenlose Präsentationsfläche aus der Szene für die Szene geschaffen. Auf der Creative Stage, zwar organisiert von der Wirtschaftsförderung, bekamen vor allen Dingen kleine Kreativunternehmen eine Bühne und acht Minuten Zeit, um ihr Schaffen zu zeigen.

Und sonst?

Kunst statt Kohle - Foto: René Bogdanski
Kunst statt Kohle - Foto: René Bogdanski
Das war natürlich noch nicht alles und es war auch nicht alles nur rosig. Die unabhängige Initiative UZDO, die sich für die Subkultur und Polit-Szene zuständig sieht, brauchte einen langen Atem, um das ehemalige Gebäude des Museum am Ostwall für zwei Tage temporär zur Verfügung gestellt zu bekommen. Die Künstlergruppe freiraum2010 scheiterte bei dem Versuch (durch Hausbesetzung) das ehemalige DGB-Gebäude in Essen zu einem Atelier und Arbeitsraum für Kunst umzuwandeln. In Dortmund schloss das Roxy-Kino seine Pforten (die gute Nachricht: Es soll weitergehen) und was nun genau aus dem Veranstaltungszentrum FZW wird, steht auch noch in den Sternen. Insgesamt wurde im Kulturhauptstadtjahr jedoch deutlich, dass die freie Szene entlang der Ruhr eine große und wichtige Rolle einnimmt und ein entscheidender Faktor für die Zukunft der Region darstellt.



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Do, 30.12.2010 0

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16.01.2010

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Metropole Ruhr
Mehr als 5 Millionen Einwohner erleben zurzeit, wie ihr postindustrielles Ruhrgebiet im Westen Deutschlands sich zum spannenden europäischen „place to be“ wandelt. Eine werdende Metropole im Selbstfindungsprozess nach der Kulturhauptstadt 2010. Besondere Kennzeichen: Industriekultur als Teil des kollektiven Gedächtnisses – und als inszeniertes Massenereignis.

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