Creative Stage auf Zeche - Interview mit Marion Behn, Wirtschaftsförderung Bochum

Am vergangenen Mittwoch trafen sich die lokalen Akteure der Kreativwirtschaft in der Bochumer Zeche, um sich die Darbietungen auf der Creative Stage anzuschauen. Auf der Bühne standen unter anderem die Musiker Tommy Finke und Daniel Brandl, die Macher des Internationalen Videofestivals Bochum und Nadin Deventer vom Jazzwerk Ruhr. Am Rande der Veranstaltung traf ich Initiatorin Marion Behn von der Bochumer Wirtschaftsförderung und konnte ihr ein paar Fragen stellen.

Wie ist Ihr bisheriger Eindruck vom Zusammentreffen von Kreativen und Wirtschaft – funktioniert das?

Marion Behn: Das ist sicherlich ein neues Thema, gerade auch für die Region. Aber wir haben festgestellt, anhand von Untersuchungen und auch durch unser Bauchgefühl, dass hier sehr viele Menschen von ihrer Kreativität leben und in diesem Bereich arbeiten; dass es ein großes Feld ist und dass es sich auch in Bochum lohnt, diese Leute zu unterstützen und das Thema Kreativwirtschaft zu besetzen.

Meinen Sie, dass die Kulturhauptstadt dabei eine Rolle spielt und einen Schub gegeben hat?

Marion Behn: Ja, das sehe ich absolut so. Dadurch, dass die Kulturhauptstadt erstmalig das Thema Kreativwirtschaft überhaupt gesetzt hat, sind natürlich ganz andere Kontakte und Ideen da. Das ist sicherlich ein ganz großer Schub für das Thema Kreativwirtschaft.

Ich spreche viel mit Kreativen, die Kulturarbeit 'an der Basis' machen, und die haben oft das Gefühl, dass sie in dieser Liaison mit der Wirtschaft zu kurz kommen. Wie schätzen Sie die Bedeutung der Alternativkultur ein?

Marion Behn: Was ich mache ist Wirtschaftsförderung, also Kreativwirtschaft. Es geht nicht um geförderte Projekte der Kultur, um die ich mich kümmere. Aber es gibt natürlich unter den Kreativbetrieben ganz viele kleine Betriebe, das ist eine Besonderheit der Branche. Viele machen das in Teilzeit als Nebenerwerb und versuchen erst, auf eigenen Füßen zu stehen. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, auch diese Leute ernst zu nehmen und mit aufzunehmen, nicht zuletzt auch durch solche Veranstaltungen wie heute, wo wir jungen Talenten eine Chance geben, sich zu präsentieren. Das ist für uns durchaus ein wichtiges Feld, aber da gibt es natürlich eine Menge zu tun.

Was braucht das Ruhrgebiet aus Ihrer Perspektive?

Marion Behn: Das Ruhrgebiet muss bekannt werden als Standort für Kreative. Wir haben bisher nicht wirklich den Ruf, dass es sich lohnt, hier als Kreativer zu arbeiten und zu leben. Ich würde mir wünschen, dass das ein Ergebnis der Kulturhauptstadt ist.

Vielen Dank.



Fotos: Sven Neidig


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Mi, 02.06.2010 2

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Kommentare

naja,

da spielen wohl noch mehr sachen eine rolle ...

stimmt

stimmt - das ruhrgebiet ist dafür nicht bekannt - liegt doch wohl an den kreativen selbst! ein bißchen social media. das kann doch jeder selbst machen !!

Über den Autor

19.01.2010

Stadt

Metropole Ruhr
Mehr als 5 Millionen Einwohner erleben zurzeit, wie ihr postindustrielles Ruhrgebiet im Westen Deutschlands sich zum spannenden europäischen „place to be“ wandelt. Eine werdende Metropole im Selbstfindungsprozess nach der Kulturhauptstadt 2010. Besondere Kennzeichen: Industriekultur als Teil des kollektiven Gedächtnisses – und als inszeniertes Massenereignis.

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