IfuK - Alles nur Theater

Applaus liebes Theater Dortmund.

Morgen beginnt im Dortmunder Schauspielhaus offiziell die Reihe "Stadt ohne Geld". Doch die Inszenierung hat bereits viel früher begonnen.

Nach Außen hin ist stets von einer Zusammenarbeit mit dem hiesigen "Institut für urbane Krisenintervention" (IfuK) die Rede, das sich auf seiner Internetseite als ein seit 2006 existierendes "unabhängiges Forschungsinstitut" präsentiert.

Sowohl hier im LAB, als auch z.B. bei BoDo, der BSZ, coolibri und DerWesten ist im Vorfeld auf die "Stadt ohne Geld"-Reihe hingewiesen worden.

IfuK ist blanke Inszenierung


Marcel Briegwitz, Foto: IfuK.org
Nach und nach kamen jedoch immer mehr Zweifel an der Seriösität des Instituts auf. Auslöser war ein im Bochumer Bermuda3Eck geführtes Interview mit IfuK-Mensch Marcel Briegwitz (Foto), das auf der "Stadt ohne Geld"-Webseite veröffentlicht ist. Vor allem Schnitt, Ton und Inhalt ließen auf eine bewusste Inszenierung schließen.

Zusammen mit Marco Bonk, der den entscheidenden Stein des Anstoßes gab und Sven Stienen folgte eine genauere Spurensuche, die über die Recherche zum gestern im LAB veröffentlichten Beitrag "UZDO vs. IfuK" hinausging.

Es dauerte nicht lange, um auf immer mehr Ungereimtheiten zu stoßen. Vor allem die vom IfuK im Netz zum Kauf angebotenen Forschungsprojekte (u.a. mit dem Titel "Don´t believe the Hype" für 39,99 €) sorgten für Skepsis. Des Weiteren tauchen die Namen von Briegwitz und Institutsleiterin Dr. Mareike Soerensen beim schnöden Google-Test stets nur im Zusammenhang mit dem IfuK und "Stadt ohne Geld" auf.

Aus dem Umfeld des Theater Dortmund ist mittlerweile bestätigt worden, dass es sich beim IfuK tatsächlich nur um ein fiktionales Institut im Kontext der "Stadt ohne Geld"-Produktion handelt.

Welche Rolle spielt UZDO?


Bleibt die Frage, welche Rolle das UZDO hierbei spielt. Ist dessen Offener Brief etwa auch nur Inszenierung? Stecken beide Seiten unter einer Decke? Wollte die Kritik von Briegwitz an der Besetzung der ehemaligen Kronenbrauerei bewusst auf eine falsche Fährte locken und war unter Umständen sogar die Besetzung eine theatrale Performance?

Wer weiß, ob sich nicht Ende des Jahres selbst RUHR.2010 als großer Schwindel in der Matrix herausstellt und die wahre Kulturhauptstadt eigentlich Bielefeld ist.

Foto (oben): Stadt ohne Geld
Foto im Text: www.IfuK.org

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Di, 05.10.2010 9

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Kommentare

institute wie das ifuk gibt

institute wie das ifuk gibt es viel zu viele. das ist das eigentliche theater, was sich unser leben nennt.

wenn der autor diese realen gemeinheiten im namen des neo-con-sportsgeists thematisiert hätte, könnte man das vielleicht einen relevanten investigativen artikel nennen.

...

Die Idee ist wahrlich charmant, daher auch der Applaus zu Beginn des Beitrags. Aber Enthüllung bleibt Enthüllung! :)

Warten wir mal den heutigen Abend ab...

urkunde vs. kunde

ach, selbst wenn's inszenierung wär und der herr dokta ein herr künstla - es funktioniert doch :-). bin jedenfalls auf die aktionen in den nächsten wochen und die investigative arbeit der kollegen S&M

Berichtigung

Pardon, Promotionsurkunde reicht

IfuK-Existenz

Werter Herr Feldkamp,
vielen Dank für ihre sympathische Antwort.

Sehr gerne nehme ich das Angebot zum Gespräch an, da es sich aus meiner Sicht um durchaus "begründete Zweifel" am Verhältnis "Sein vs. Schein" handelt.

Wenn Sie diese Zweifel auszuräumen vermögen, bin ich selbstverständlich umgehend bereit, von meinem Standpunkt abzurücken. Ansichtsexemplare der Forschungsprojekte oder die Habilitationsurkunde von Dr. Soerensen wären hilfreich.

Sportliche Grüße
Michael Blatt

IFUKHOAX

Das Institut für urbane Albernheiten lässt nicht locker (-:

Sehr geehrte Autoren, wir

Sehr geehrte Autoren,

wir freuen, dass Sie sich intensiv mit unseren Fragestellungen auseinandersetzen.

Kreative wie Sie brauchen wir.

Leider muss ich Sie im Namen des IfuK enttäuschen: Uns gibt es und wir kooperieren mit dem Schauspiel Dortmund. Kommen Sie morgen bei unserer Auftaktveranstaltung „Economy Death Match“ vorbei und versichern sie sich selbst. Gerne bin ich auch bereit, nach der Veranstaltung morgen mit Ihnen ein persönliches Gespräch zu führen und ihre unbegründeten Zweifel aufzuklären.

Wir waren und sind von dieser Kooperation überzeugt und werden sie weiterführen. Die unberechenbare Kraft der Kreativen zu erforschen, gegen alle Widerstände und Unwegbarkeiten, haben wir uns zum Ziel gesetzt. Für uns gilt: Eine Idee ist immer stärker als ihre Zeit.

Hendrik Feldkamp

bielefeld

... jochen distelmeyer und frank spilker sind die eigentlichen geschäftsfüherer der ruhr 2010. DAS wäre allerdings mal was.

ich habs

immer geahnt! also das mit bielefeld, meine ich ...

Über den Autor

05.01.2010

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Mehr als 5 Millionen Einwohner erleben zurzeit, wie ihr postindustrielles Ruhrgebiet im Westen Deutschlands sich zum spannenden europäischen „place to be“ wandelt. Eine werdende Metropole im Selbstfindungsprozess nach der Kulturhauptstadt 2010. Besondere Kennzeichen: Industriekultur als Teil des kollektiven Gedächtnisses – und als inszeniertes Massenereignis.

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