Ideen sind das Wichtigste

Ein Interview mit Joris Clerté, aufgezeichnet von Daniel Bickermann.


Wie bist Du zum Film gekommen?

Ich habe an der Kunsthochschule in Poitiers das Fach "images composites" ("Bilderkompositionen") studiert. Im meinem Abschlussjahr habe ich angefangen, bei der Firma Le Sept (vor deren „arte“-Zeit) mit dem Regisseur Philippe Truffaut zu arbeiten. Da wusste ich, dass ich auch ein Regisseur werden wollte.

Glaubst Du, dass Dein Werdegang typisch ist für Deine Generation französischer Filmemacher?

Ich weiß nicht, schwer zu sagen. Eigentlich gibt es keinen typischen Werdegang für Filmemacher, auch nicht für französische. Der Werdegang ist sowieso nicht so wichtig, sondern die Ideen, die man hat. Gute Ideen sind das Allerwichtigste. Es ist besser, einen Kurzfilm mit einer richtig starken Idee zu drehen als einen Langfilm ohne.

UNE PETITE HISTOIRE DE L’IMAGE ANIMÉE liest sich auf dem Papier wie eine Zusammenarbeit zwischen Dir, der Autorin Anne Jaffrennou und dem Animator Philippe Massonnet. Von wem ist das Projekt denn ausgegangen?

Der Film begann 2007 als eine Art Grußkarte der Postproduktionsfirma Mikros. Der künstlerische Leiter war damals Christian Janicot, und der bat Anne Jaffrennou, ein Drehbuch zu schreiben, und mich, es zu inszenieren. Ich arbeite sehr gerne mit den beiden. Und über Doncvoilà, das Kreativ- und Animationsstudio, das ich mit Virginie Giachino gegründet hatte, heuerten wir dann den Animationskünstler Philippe Massonnet an. Insgesamt dauerte die Arbeit an dem Film nur anderthalb Monate, komplett von A bis Z.

In Eurem Kurzfilm finden sich ja zahlreiche Anspielungen und Hommagen an andere Filme, sowohl auf visueller als auf textlicher Ebene. Zu welchem Zeitpunkt kamen die denn dazu?

Die waren alle von Anfang an Teil des Konzepts. Anne Jaffrennou schrieb das Buch um die visuellen Ideen herum, die ich ausgesucht hatte. Wir arbeiteten sehr eng zusammen, um die richtigen Ideen, Bilder und Worte zu finden.

Wie wurde der Film aufgenommen, international und in Frankreich?

International wurden wir auf mehr als dreißig Festivals eingeladen und haben drei Preise erhalten. Es hat mich vor allem stolz gemacht, dass der Film 2007 für Annecy ausgewählt wurde, das in Frankreich wie auch weltweit eines der wichtigsten Kurzfilmfestivals ist. Grundsätzlich kommt der Film bei Leuten allen Alters sehr gut an, er ist sehr lustig und bringt ihnen in weniger als vier Minuten alles Wichtige über die Geschichte der visuellen Animation nahe.

Wie geht es jetzt für Euch weiter?

Wir arbeiten mit den gleichen Autoren und der gleichen Produktionsfirma an einem globalen Medienprojekt namens „Des petites histoires de…“ („Kurze Geschichten über…“). Darin geht es um Grundwissen für Zuschauer aller Altersgruppen. In jeder Episode versuchen wir, die Geschichte eines faszinierenden Themas vom Anbeginn der Menschheit bis heute darzustellen. Im Moment produzieren wir zwölf einminütige Filme für das Cannes Filmfestival.

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Fr, 10.09.2010 0

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29.01.2010

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