Neue Kunstreihe "Ich bin Zwei"

Ich bin zwei. Wenn Sätze so beginnen, wird jeder slogan-anfällige Deutsche unwillkürlich an die Werbebotschaft eines großen Industriegeräteherstellers Ich bin zwei Öltanks denken müssen. Die Dortmunder Fotografin Iris Wolf hat aber keine Öltanks fotografiert. Und möglicherweise heißt deshalb ihre neue Kunstreihe auch nur Ich bin zwei. Ohne Öltanks.

Okay, Spaß beiseite. Die mit einem Nachwuchsstipendium der Kunststiftung NRW geförderte Iris Wolf wurde in Kamerun geboren und studierte in Dortmund Fotografie. Seit ihrem Abschluss vor drei Jahren arbeitet sie als freie Fotografin mit besonderer Kunstambition, obwohl auch Auftragsarbeiten und die Veranstaltung von Kursen zu ihren Beschäftigungsfeldern gehören. Mit Kunst allein können nur die wenigsten ihren Lebensunterhalt bestreiet. Das ist bei der 37-jährigen Iris Wolf nicht anders.

Ihre Reihe Ich bin Zwei, gefördert vom Kulturrat Bochum, zwigt Szenen aus dem Leben junger Mütter. Frauen, die schon im Teenageralter in die Elternrolle gerieten. Es geht ihr darum, sowohl die Selbstwahrnehmung dieser Frauen abzubilden als auch Einblicke in deren Alltagsleben zu gewähren. Sequenziell und situativ. Gefestigt oder kontrastiert werden diese Eindrücke durch Interviews, die von der Journalistin Alexandra Trudslev mit den Protagonistinnen geführt wurden. Die Idee ist wirklich gut, eröffnet sie dem Betrachter doch einen ganz anderen Blickwinkel auf die Problematik als den durch alltägliches, schreilautes Realtity-TV gebotenen. Eben nicht im Stil von Ich bin zwei Öltanks.

Die Ausstellung wird vom 8. Mai bis zum 6. Juni in den Räumlichkeiten des Kulturrats Bochum an der Lothringer Straße 36 c zu sehen sein. Öffnungszeiten Di-Fr 18-20 und Sa 15-17 Uhr.

 

 

Fr, 30.04.2010 0

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10.12.2009

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Mehr als 5 Millionen Einwohner erleben zurzeit, wie ihr postindustrielles Ruhrgebiet im Westen Deutschlands sich zum spannenden europäischen „place to be“ wandelt. Eine werdende Metropole im Selbstfindungsprozess nach der Kulturhauptstadt 2010. Besondere Kennzeichen: Industriekultur als Teil des kollektiven Gedächtnisses – und als inszeniertes Massenereignis.

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