
Herner Allroundgenie Sebastian Maier
- Serie: Ruhr Music
Lokaler Label-Besitzer Sebastian Maier ist mehr als aktiv in der Ruhrgebietsszene.
Ganz ehrlich gesagt: Etwas verwirrend ist es ja schon. Sebastian Maier macht einfach so viele Sachen, dass es schwer ist, den Überblick zu behalten. Er ist studierter Soziologe, Musikproduzent, Manager des Künstlerkollektives Tengu-Basement (bestehend seit 1998 aus Musikern, Designern, Produzenten, DJs sowie Video Artists) und hat sein eigenes Musiklabel „Z-Muzic“, abgeleitet von seinem Künstlernamen „Zap“. Und als wenn das noch nicht genug wäre, schreibt er auch noch Theatermusik für das Theater Kohlenpott in Herne, ist als Musiker und DJ selber unterwegs, hatte in diesem Jahr die musikalische Leitung von URBANATIX inne und arbeitet darüber hinaus auch noch intensiv mit Kindern und Jugendlichen an den unterschiedlichsten Projekten zusammen. „Wenn du willst, kann ich dir auch gerne eine Übersicht malen!“ bietet Sebastian freundlicherweise an.
Z-Muzic – Ein alternatives Plattenlabel
Eigentlich klingen all die Sachen, von denen Sebastian erzählt, spannend, aber fangen wir doch mal mit seinem Label an. 2004 gründete er als gerade einmal 24-Jähriger das „Ein-Mann-Label“ Z-Muzic mit einiger Verstärkung des Tengu Basements im Hintergrund. Dass er sich traute diesen Schritt zu tun und ob er nicht auch etwas Bammel hatte? „Man musste nur naiv genug sein und es einfach machen: Einen Gewerbeschein beantragen, einen Labelcode einholen, Mitglied im Verband der unabhängigen Tonträgerhersteller werden, auf der c/o pop ausstellen und dann war man drin“. Bekanntlich wächst man ja mit seinen Aufgaben und so war es auch hier der Fall. Vom strategischen bis hin zum musikalischen konnte sich Sebastian in letzten Jahren enorm weiterentwickeln. Wobei wir auch gleich bei der Musik wären, denn darum geht es ja schließlich hauptsächlich. Bei Z-Muzic wird auch nicht wie bei manch anderen das Label in den Vordergrund gestellt, sondern eher die Acts an sich. „Die Priorität ist es schließlich die Bands so bekannt wie möglich zu machen!“. Unter Vertrag stehen zurzeit die Projekte SUE, Danja Atari, Susanne Blech und Sola Plexus. Bis auf SUE entstammen alle Künstler dem Tengu Basement. Ende des Jahres beziehungsweise Anfang nächsten Jahres bringen gleich alle vier Acts eine neue Veröffentlichung raus. Insofern gibt es derzeit so einiges zu tun. Die Songs müssen schließlich mit den Künstlern produziert werden.

Foto: Danja Atari
Neues Studio
Produziert wird jetzt auch nicht mehr im Studio in der Schaeferstraße nahe des Stadtgartens in Herne, sondern im neuen Studio in der Zeche Wohlverwahrt in Essen, das gerade renoviert wird und dann neben einem Aufnahme- und Regieraum auch ein Büroraum bietet. Etwas schade ist es natürlich schon, dass er aus Herne und dem Haus, in dem er schon seit seiner Geburt wohnt, wegen ein paar baulichen Unzulänglichkeiten weg muss. Aber es gab einfach keine geeigneten Räume in Herne. Die lokale Szene will Sebastian aber auch weiterhin beleben, unter anderem als Eventmanager für die Veranstaltungen „light.level“ im Rahmen des Boulevardfests Herne.
Darüber hinaus hilft er auch noch auf eine ganz andere Art und Weise: Indem er sein Wissen an andere weitergibt. So bietet er in Kooperation mit der Musikschule Herne Cubase Workshops an sowie weitere Workshops an Herner Schulen, bei denen es vor allem darum geht, den doch sehr arbeitsintensiven Entstehungsprozess einer CD nachzuvollziehen.
Wie geht es weiter?
Zunächst einmal gibt es neue Releases der Bands. Und wird Z-Muzic demnächst noch ein paar mehr Bands unter Vertrag nehmen? Es kommen schon jetzt immer mehr Anfragen, obwohl das Label selbst sich gar nicht wirklich aktiv vermarktet. Aber viele von den Anfragen müssen leider abgelehnt werden, denn „wenn ich was machen will, dann zu 100%“, so Sebastian. Eine Frage der Zeit dürfte es schließlich auch sein. Dass Sebastian bei all seinen Projekten noch zum Schlafen und Essen kommt, grenzt an ein Wunder.
Weitere Infos zum Label und den Künstlern unter: www.z-muzic.de.
Wer Lust auf Z-Muzic hat, sollte bei Susanne Blech am 3.7. bei der Jungen Nacht im Düsseldorfer museum kunst palast oder auch am 10.7. im Metropolis Club in Münster oder bei Danja Atari am 24.7. beim Camp2 des Pottfiction Festivals in den Flottmann-Hallen, Herne vorbeischauen.
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