
Heja, heja! Es geht doch!
Fußball und Oper – eine Vereinigung auf Augenhöhe
Das Dortmunder Opernhaus hat einen Glücksgriff getan. Ausgerechnet nach dem gewonnenen Derby zwischen dem BVB und dem FC Schalke 04 stand die Premiere von „Fangesänge“ auf dem Spielplan. Und das klingt schon nach Parallele – der Spielplan. Schussglück also, das dafür sorgte, dass so ein Publikum sicher noch nie in den Reihen der „heiligen Spielstätte Oper“ gesessen hat.
Zumindest sah das Publikum anders aus und reagierte anders als bei Lohengrin oder Figaros Hochzeit. Zugegeben war mir anfangs etwas mulmig angesichts der Tatsache, dass mein Heimatherz durch die Gnade der von mir unbeeinflussbaren Geburt in Gelsenkirchen doch eher anderen Farben nachpocht; dennoch erlebe ich eine Messe, als sei sie von der Marketing- und Glaubensabteilung des BVB in Auftrag gegeben wurde.
Was ist da los in der Oper?

Was ist da los im Parkett?
Das Publikum schaut auf den Ausgang der Katakomben auf der Bühne. Die Gänge eines Theaters sind sicher die Namensgeber für die im Stadion, haben sie doch die gleiche Spannungswelle. Der Gang, bevor es losgeht, bevor das Adrenalin steigen muss wie eine Rakete. Der Dirigent erscheint und neben dem üblichen Vorschussapplaus gibt es heute und hier: Pfiffe und Gegröle. Wunderbar. Dann der Chor links und rechts, eine gelb-schwarze optische Macht. Bei „Heja, heja, BVB“ singt und klatscht das Publikum mit. Da gilt für einen Schalker: Herzinfarktgefahr. Es wird gesungen, geschimpft und gelitten (allerdings schon bei einem Unentschieden). Der Chor der Oper in einem Cocktail mit dem „Chor der Fußballfreunde“, das ist genial gelungen, dazu drei Schauspieler, die in wechselnden Rollen mal Fan, mal Spieler vor dem Elfmeter, mal Funktionär sind. Plus ein adäquat musizierendes Philharmonie-Ensemble sowie Solisten und Solistinnen der Gesangskunst – alles wirkt wie eine massive Anleitung zum Mitmachen. Dass auch Texte wie „Schiri, wir wissen, wo Dein Auto steht“ vorkommen, geht schon deshalb in Ordnung, weil es hier in der Oper eine Lüge ist. Schiri, Du kannst sitzen bleiben. Die spielen nur.
Und dann ins Sportstudio

Ach so, liebe Leute aus Herne-West: Ich bitte um Vergebung, aber ich glaub, ich brauch eine Jahreskarte.
Die nächsten Termine:
Sonntag 13. Mai (nachmittags empfängt das Team der Oper die Borussia am Flughafen Dortmund mit den Fangesängen)
Sonntag 20. Mai, Donnerstag 31. Mai, außerdem 24.6., 4.7. und 8.7.
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