Rock in der Kulturhauptstadt? Für Orange but Green gibt es nicht wirklich was zu holen

Mythos. Metropole. Europa. Das sind die drei Leitthemen, die das gesamte Programm der Kulturhauptstadt Europas durchziehen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Bereichen Bilder, Theater, Sprache, Kreativwirtschaft, Feste und natürlich Musik.
Während es jedoch wünschenswert wäre, das gesamte Spektrum der Musik abzudecken, beschränken sich die Projekte der RUHR.2010 eher auf Chormusik, Neue Musik und Ähnliches. Unter anderem kommt dabei die Rock und Pop-Musik zu kurz. Lediglich im Bereich der Kreativwirtschaft wurde auch die Popmusik bedacht. So soll zum einen die „RUHR MUSIC COMMISION“ (RMC) in Zukunft die Musikevents und Festivallandschaft der Popkultur in der Metropole Ruhr auch auf internationaler Ebene bewerben. Etwa 40 Musikfestivals sollen miteinander verknüpft werden, um sie in ihrer Gesamtheit besser zu vermarkten. Ein weiterer Schwerpunkt der RMC soll die aktive Bandförderung sein. Darüber hinaus wird 2011 ein Bildungsort für Popmusik gegründet - die „Ruhr Pop Foundation“, die künstlerisches Erleben, Theorie und Praxis vereinen will.
Es gibt also doch noch einen Schimmer Hoffnung, dass auch die Rock & Popszene der Metropole etwas von der Kulturhauptstadt Europas profitiert. Ob allerdings wirklich nachhaltige Strukturen entstehen, steht noch in den Sternen.

Orange but Green auf dem Still-Leben-Ruhrschnellweg

Viele Musiker in der Metropole wären nur zu gern Teil des Kulturhauptstadtprojektes geworden und suchten nach Gelegenheiten, sich in das Programm zu integrieren. Nur leider waren die Möglichkeiten etwas dürftig. Clever angestellt haben es die drei Jungs der Dortmunder Punkrockband Orange but Green. Da auch sie sich ganz gern musikalisch am Kulturhauptstadtjahr beteiligen wollten und dies nicht wirklich möglich war, meldeten sich Oli, Kai und Jörn für Tische beim Still-Leben-Ruhrschnellweg an. Im Rahmen des Projektes wird am 18. Juli die A40 von Duisburg bis Dortmund von 11 bis 17 Uhr gesperrt. Statt der Autos wird die Autobahn in Fahrtrichtung Duisburg an diesem Tag von 20.000 Tischen bevölkert. Jeder Tisch wird durch ein individuelles Programm der Teilnehmer gestaltet und damit in eine kleine Bühne verwandelt. Bei Orange but Green werden die drei Tische wortwörtlich in eine Bühne verwandelt: Gespielt werden auf jeden Fall eigene Sachen und das zur Abwechslung einmal ohne technische Verstärkung. Ziel der drei Rocker ist es auf jeden Fall, das Laufpublikum anzuhalten und den Leuten ein anregendes Akustikkonzert zu bieten. Unterstützt werden Orange but Green von den SMACK BALLZ, die mit „akustischem Cover-Heavy-Metal“ begeistern werden. Vielleicht stoßen auch noch ein paar andere Bands zum Dortmunder Musikertisch genau auf Höhe der Westfalenhallen. Schön wäre es allemal.

Über 10 Jahre Bandgeschichte

1999 gegründet konnten sich Orange but Green in den letzten 10 Jahren wirklich einen Namen machen. Insgesamt gaben sie über 200 nationale und internationale Konzerte und spielten schließlich als Support für Simple Plan, Bad Religion, Bullet for my Valentine oder auch die Sportfreunde Stiller. Bekannt sind sie auch durch die Soundtracks zahlreicher Filme von Peter Thorwarth wie „Bang Boom Bang“, „Was nicht passt wird passend gemacht“ und „Goldene Zeiten“. Auch für Dennis Gansel’s Filme „Das Phantom“ und „Die Welle“ machten sie Musik. Im Ruhrgebiet sind sie eine echte Größe und in ihrer Heimatstadt wohlbekannt. Obwohl sich vielleicht noch ein paar Termine im Laufe des Jahres ergeben werden, steht bis jetzt für dieses Jahr nur der Auftritt auf der A40. Ein Glück, dass sie überhaupt auf die Idee gekommen sind, sich für Tische zu melden. So gibt es neben Currywurst-, Speed-Dating und Tangotischen wenigstens doch noch etwas guten Punkrock im Kulturhauptstadtjahr!

Weitere Informationen: www.orangebutgreen.de

Mi, 28.04.2010 0

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15.12.2009

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Memphis to Austin, SXSW
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Metropole Ruhr
Mehr als 5 Millionen Einwohner erleben zurzeit, wie ihr postindustrielles Ruhrgebiet im Westen Deutschlands sich zum spannenden europäischen „place to be“ wandelt. Eine werdende Metropole im Selbstfindungsprozess nach der Kulturhauptstadt 2010. Besondere Kennzeichen: Industriekultur als Teil des kollektiven Gedächtnisses – und als inszeniertes Massenereignis.

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