Freude und Frust in Dortmund - Zwei Gesichter einer Stadt

Dortmund im Wandel. Wie keine andere Stadt in der Region stand sie insbesondere aufgrund des Großprojekts U-Turm im Fokus der Kulturhauptstadt. Am neuen Kreativknotenpunkt findet am morgigen Samstag so denn auch eines der Abschlussfeste von RUHR.2010 statt, das gleichzeitig als verspätetes Eröffnungsfest des U gekennzeichnet wird.

Mit einer Ausnahme sind alle Ausstellungen an diesem Tag kostenfrei zu besuchen, im und vor dem Kulturkoloss wird es ein happiges Rahmenprogramm mitsamt Designmarkt und dergleichen geben. Viele Bürger, darunter Künstler & Kreative werden sich in Schlangen vor dem Turm einreihen und von seinem Mega-Angebot und insbesondere natürlich von Adolf Winkelmanns Videoinstallation auf dem Dach schwärmen.

Der neue Dortmunder Blickfang. Hoch oben, da leuchtet die Stadt, doch unten wirft sie so manch dunklen Schatten.

Die Initiative UZDO hat im letzten halben Jahr durch zahlreiche Aktionen versucht, frischen Wind in die freie Szene abseits des Prestigeprojekts zu bringen, hat besetzt, demonstriert, inszeniert, diskutiert und ausgestellt. Dafür bekam sie gleichermaßen Anerkennung und Kritik. Beides zurecht!

UZDO hat für Bewegung gesorgt und steht dennoch auf dem kulturpolitischen Abstellgleis. Exakt zum gleichen Zeitpunkt, in dem morgen der U-Turm offiziell eröffnet wird, schließt sich, begleitet von gegenseitigen „Schuldzuweisungen“ zwischen dem städtischen Kulturbüro und der Künstlergruppe, für UZDO nach zwei Wochen die temporäre Auffangstelle im alten Museum am Ostwall.

In einer heute Nacht veröffentlichten Pressemitteilung lässt die Initiative ihrer Frustration und ihrer Wut über den Dortmunder Status quo freien Lauf. Inwiefern diese harsche Reaktion gerechtfertigt ist, ist offen diskutabel.

Fakt ist, dass die Konzertstätte FZW für Monate brach liegt, die linksalternative Kneipe Hirsch-Q regelmäßig politisch motivierte Übergriffe zu verzeichnen hat und die kommunalen Entscheidungsträger nicht in der Lage sind, einer Künstlergruppe wie UZDO durch die Zurverfügungstellung von Räumen eine längerfristige Perspektive zu bieten.


Fotos: Michael Blatt

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So, 19.12.2010 0

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05.01.2010

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Stadt

Metropole Ruhr
Mehr als 5 Millionen Einwohner erleben zurzeit, wie ihr postindustrielles Ruhrgebiet im Westen Deutschlands sich zum spannenden europäischen „place to be“ wandelt. Eine werdende Metropole im Selbstfindungsprozess nach der Kulturhauptstadt 2010. Besondere Kennzeichen: Industriekultur als Teil des kollektiven Gedächtnisses – und als inszeniertes Massenereignis.

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