Plakat, Alternativer Kulturpfad, Essen

Freies Geld für freie Kunst

Grundeinkommen für die kreative Gesellschaft

Die Zeiten ändern sich. Wo früher hemmungslos malocht wurde, sitzen nun Kultur-Afficionados vor beleuchteten Glasplatten und verschütten ihren Latte-Machiato, als sie einsehen müssen, dass sie schon wieder pleite sind.


Aus der Pleite in die angewandte Kunst


Kreativität heißt Leben am Limit – das Geld ist bald wieder weg, also heißt es statt Sinn lieber Waren produzieren. Und von den Dächern pfeifen die prall-gefressenen Strippenzieher ihren bittersüßen Evergreen mit dem eingängigen Titel: „Not macht erfinderisch!“
Kurzum: Not macht nicht erfinderisch, Not macht Diebe! Also entsteht auch keine interessante Kunst und schon gar keine kreative Gesellschaft! Denn nur die Kinder reicher Eltern, die durch beruhigenden Tee von der Höllen-Rutschbahn der Leistungsgesellschaft abgekommen sind, können ohne Raubbau an sich selbst überhaupt anfangen kreativ zu werden. Kreativ-werden ist natürlich gut, doch unter schwierigsten Bedingungen heißt das eben nur zu versuchen aus Scheiße Gold, aus Plastikplanen Halsketten, aus Motiven Logos, aus Bildern Serien und aus Objekten Multiples zu machen. Anschließend aus Avantgarde-Theater Krimi-Dinner und schon kommt mal wieder eine(r) so gerade über die Runden.

Bedingsloses Vertrauen in die Menschen


Die Bedingung der Möglichkeit, dass Kreativität und Qualität zusammen fallen, liegt wesentlich in der Freiheit von Existenzangst. Natürlich ist der Einwand richtig, dass Geld allein eine(n) noch nicht zum Fan der „Kirche der Angst“ macht, aber ein erweiterter Kunstbegriff und eine kreative Gesellschaft ist mit einem defizitären Menschenbild nicht zu machen. Wer glaubt, nur aus Not und Zwang entstände ein Anreiz zur Arbeit, der weiß nichts von der Arbeit, die heute gebraucht wird, um aus dieser zerbröselten Kirmes der Perspektivlosigkeit noch eine Gesellschaft zu zimmern.


Freigeld für alle, für eine kreative Gesellschaft!
 

Der Autor dankt René Krüger für die Inspiration zu diesem Beitrag

Mi, 24.08.2011 1

Kommentar hinzufügen

Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben

Kommentare

PLEITE

Sinnmachende Zusammenfassung zum Thema Kreativität in Kunstnähe.

Über den Autor

27.02.2010

Letzte Kommentare des Autors

vor 4 Wochen 3 Tage
vor 4 Wochen 5 Tage
vor 5 Wochen 6 Tage

Stadt

Metropole Ruhr
Mehr als 5 Millionen Einwohner erleben zurzeit, wie ihr postindustrielles Ruhrgebiet im Westen Deutschlands sich zum spannenden europäischen „place to be“ wandelt. Eine werdende Metropole im Selbstfindungsprozess nach der Kulturhauptstadt 2010. Besondere Kennzeichen: Industriekultur als Teil des kollektiven Gedächtnisses – und als inszeniertes Massenereignis.

Branche

Aktuelle Tweets

[DEBATE] Geistiges Eigentum monetarisieren - Debatte um die sozial gerechte Wissensgesellschaft hält an http://t.co/u56ZkORd #kulturzeit
[DEBATE] Creative Commons: eine mögliche Grundlage für ein zeitgemäßes Urheberrecht http://t.co/6xeDgKqu #kulturzeit
[DEBATE] Im Kulturkampf: Strukturwandel der Öffentlichkeit 2.0 http://t.co/pOcWhTI2 #kulturzeit
[DEBATE] Wert der Kreativität: Kulturinfarkt - Die Polemik war nötig Teil1 http://t.co/DwJcu4Y8 #kulturzeit