Kokon © Markus Mielek

Fotograf Markus Mielek: Menschen im Visier

Der Dortmunder stellt Menschen in den Mittelpunkt seiner Arbeit – und besetzt Nischen

Einsamkeit und Isolation in der Großstadt, so lautet das Thema, das Markus Mielek in seiner Fotoserie „Kokon“ verarbeitet. In seiner Diplomarbeit stellt er einen Ausschnitt aus dem Leben der Menschen dar, die in einem Kokon leben, sich isolieren. „Mit Menschen“, sagt der Fotograf, „arbeite ich am liebsten.“
 

Es sind inszenierte, stilistische Bilder mit Anleihen vom Maler Edward Hopper, zum Beispiel in der Lichtführung. „Von ihm habe ich mich inspirieren lassen“, sagt Markus Mielek. Auch in den Bildern seiner Serie „Würde in Grenzsituationen“ kommt der Fotograf den Menschen nahe, etwa wenn er eine sterbende Frau im Altersheim porträtiert. Oder einen normalen Arbeiter am Fließband.

 

 

 

 

Studium statt "Schöner Wohnen"

So nahe kam der selbständige Fotograf den Menschen nicht von Anfang an. Erlernt hat der Dortmunder sein Handwerk als Werbefotograf im Münsteraner Werbestudio Studio Casa, einem Fotostudio für Interieurfotografie. Aber die Fotoleidenschaft des 33-Jährigen erwachte schon viel früher: in der Grundschule. Schon damals hat er mit einer billigen Plastikkamera seine Mitschüler auf Schulfahrten fotografiert und mit 16 Jahren arbeitete er bei einer Lokalzeitung. In seiner Ausbildung beim Studio Casa erlernte er die Werbefotografie und Innenräume so perfekt wie möglich abzubilden, so, dass sie sich zum Beispiel zum Abdruck in der Zeitschrift „Schöner Wohnen“ eignen. „Irgendwann hatte ich genug davon, Wohnräume zu fotografieren“, berichtet Markus Mielek. „Ich habe schon immer gern Menschen fotografiert, also musste was Neues her. Ich habe allen Ballast über Bord geworden und in meinem Studium des Fotodesigns meine kreative Ader erkannt.“

 

Als selbständiger Fotograf kreuz und quer durch die Republik

Als er 2009 sein Studium als Diplom-Designer abschließt, macht er sich selbstständig, reist heute für Magazine, Agenturen und Unternehmen kreuz und quer durch die Republik und fotografiert für bekannte Werbekampagnen in den Bereichen People, Mode, Editorial, Werbung und Business. Markus Mieleks Dienstleistung erstreckt sich von der Konzeptionierung, Locationsuche und Modelcasting über das eigentliche Shooting bis hin zu der Postproduktion. „Ich bin sehr glücklich in meiner Situation, wenn man bedenkt, dass ich Anfang des Jahres nicht immer wusste, woher das Geld für die laufenden Kosten nehmen.“ Doch seit diesem Sommer steht das Telefon von Markus Mielek nicht mehr still. Seine Arbeit hat sich bereits herum gesprochen. Der Fotograf wird weiter empfohlen.


Kunden setzen oft auf Einheitsbilder statt auf Exklusivität

Der selbständige Fotograf ist froh um die Fotoaufträge. Die Kehrseite: Viele Kunden sind spontan. Da kommen schon mal Anfragen, die von einem auf den anderen Tag erfüllt werden müssen. Zudem ist die Selbständigkeit auch immer von Unsicherheit geprägt: „Ich weiß nicht“, sagt Markus Mielek, „wie sich die Auftragslage im Dezember darstellt. Außerdem wird der Markt immer enger: Fotografen müssen einen Kampf bestehen, Nischen besetzen. Kleinere Werbeagenturen bedienen sich immer öfter bei den Mircostocks. Zudem verfügen auch immer mehr Magazine über ein immer weiter schrumpfendes Bildproduktions-Budget."

 

Den kreativen Standpunkt vertreten

Markus Mielek hält sich für seine gewerblichen Kunden an vorgegebene Konzepte, auch wenn er privat einen anderen Zugang wählen würde. „Ich arbeite professionell, bin erfahren, habe einen technisch guten Hintergrund und kann Vorgaben genau umsetzen. Habe ich jemanden zum Beispiel nur fünf Minuten vor die Linse, kann ich ihn trotz aller Widrigkeiten noch gut in Szene setzen.“

Abseits der technischen Umsetzung interessiert Markus Mielek aber nach wie vor besonders die freie kreative Umsetzung und bleibt sich dabei treu: „Nicht nur, dass ich von bestimmten Tagessätzen leben muss, ich will ein Zeichen setzen, meine Position behaupten“, fasst Markus Mielek zusammen. „Ich verrate und verkaufe meine künstlerische Seele nicht und meinen kreativen Standpunkt will ich weiter vertreten.“

Di, 06.12.2011 0

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04.12.2009

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