
Fließende Bilder
Der Mülheimer Maler Matthias Meyer lässt Natur- und Stadtlandschaften verschwimmen
Die Farben fließen in Matthias Meyers Bildern. In seinen Stadtansichten und Landschaftsbildern scheinen die Farben auf der Leinwand umher zu wandern. Damit erzeugt der Meisterschüler von Gerhard Richter eine lasierte, flimmernde Transparenz in seinen Bildern. Aber dennoch auch eine mächtige Farbigkeit.
Zerlaufene und flüchtige Ansichten
Die beliebten Motive des 43-Jährigen sind Seen, Wälder, Wasserfälle, Wasserpflanzen, aber auch Städtebilder – Menschenansammlungen, Gebäude, Baustellen. Matthias Meyers Werk erinnert seiner Ansicht nach ein wenig an die Aquarellskizzen des britischen Malers William Turner oder an die Landschaftsskizzen des französischen Landschaftsmalers Jean-Baptiste Camille Corot. Wie William Turners Malweise zum Teil etwas Skizzenhaftes anmutet, erinnern Matthias Meyers Bilder an große Tempera-Skizzen – obwohl sie in Öl gemalt sind. Matthias Meyer malt seine Motive mit stark verdünnter Ölfarbe und lasierend. So wirken seine bis auf Details abstrakten Bilder zerlaufen und flüchtig. Es sind Eindrücke von den Orten seiner Reisen, die er verfremdet und manchmal übermalt. Der Künstler arbeitet ohne Vorzeichnungen und überträgt seine Motive nur andeutungsweise auf die Leinwand. „Meine Arbeitsweise ist für die Ölmalerei unklassisch und findet sich so eher in der modernen und zeitgenössischen Malerei wieder“, erklärt er.
Vorbilder von Rubens bis Jonathan Meese
Seine Vorbilder findet Matthias Meyer in den Malern ganz unterschiedlicher Epochen und Stilrichtungen. Maßgeblich ist für den Künstler die Maltechnik, nicht die Epoche: „Ich finde Peter Paul Rubens aus dem Barock genauso spannend wie den Maler des abstrakten Expressionismus Mark Rothko oder Sigmar Polke mit seinem postmodernen Realismus.“
Gegenwärtige Künstler wie Jonathan Meese, den schottischen Maler Peter Doig oder den deutschen Maler Neo Rauch beeindrucken Matthias Meyer – aber nicht nur künstlerisch, sondern auch wegen ihres Erfolgs.
Strukturiertes Künstlerleben
Auch Matthias Meyer arbeitet als erfolgreicher Künstler, studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und am Chelsea College of Art, London, und präsentiert seine Bilder heute in nationalen und internationalen Gruppen- und Einzelausstellungen. Wie seine Vorbilder hat auch er mit seiner Karriereentscheidung nicht falsch gelegen.
Er arbeitet heute als Selbständiger und ohne Assistenten. Daher kann er sich seine Arbeitsabläufe in seinem Atelier relativ gut einteilen. Bedingt durch Ausstellungen und Messen gibt es Zeiten, in denen er sehr viel zu tun hat und eher ruhige Phasen, in denen der Maler weniger unter Druck steht. Meistens steht er aber von morgens bis abends im Atelier.
Gibt es Nachteile des Künstlerdaseins? „Manchmal ist es etwas einsam im Atelier“, erklärt Matthias Meyer, „außerdem habe ich keine Heizung, was in den letzten Wintern recht unangenehm war.“
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