Essener Bündnis "Rettet das JZE" wehrt sich weiter gegen Umzug wider Willen

Das Aus des Essener Jugendzentrums an der Papestraße nimmt immer konkretere Formen an. Für Kulturdezernent Andreas Bomheuer (Teaserfoto 2. v.r.) und Jugenddezernent Peter Renzel (3. v.r.) gibt es keine Alternative mehr zum Umzug in die Weststadthalle.

Beide Dezernate planen zukünftig enger miteinander zu kooperieren, wie Bomheuer anführt: „Wir wollen unsere Kompetenzen und Erfahrungen bündeln, um die Essener Jugendarbeit weiterzuentwickeln.“ Brisant allerdings, dass es ausgerechnet die betroffenen Jugendlichen sind, die sich vehement gegen einen Umzug aussprechen.

In einer Erklärung des Bündnisses „Rettet das JZE“ heißt es: „Das nehmen wir so nicht hin. Und organisieren deshalb unseren Protest gegen die Schließung und für die Umsetzung aller notwendigen Baumaßnahmen, um das JZE zu erhalten.“ Mit regelmäßigen öffentlichen Aktionen, wie einem Soli-Konzert Ende Februar, wehrt sich die Gruppe gegen die Zwangsumsiedlung. Ein Kompromiss ist derzeit nicht in Sicht. Die Stadt stellt dem Nachwuchs eine eigenverantwortliche Beteiligung an der Programmgestaltung in Aussicht, die jedoch kaum als Argument herhalten mag, da autonomen Strukturen bereits am alten Standort seit Jahren bestehen und problemlos umgesetzt werden.

Aus Sicht des „Rettungsteams“ ist das JZ Papestraße vor allem ein Bauernopfer für das Pleiteprojekt Weststadthalle, verschwenderische Investitionen und eine marode Kassenlage: „Wir Jugendliche werden es nicht tolerieren, dass auf unserem Rücken Sparpolitik betrieben wird, während die Stadt Geld für Prestigeobjekte rauswirft, wie z.B. den neuen Rathauseingang für mehr als 540.000 Euro. Das lassen wir uns nicht bieten.“

Konkret steht der Vorwurf im Raum, die Stadt habe in der Vergangenheit zu wenig in die Sanierung des Standorts Papestraße investiert und dadurch dessen vermeintliches Aus begünstigt. "Rettet das JZE" fürchtet, dass es aufgrund der baulichen Struktur der Weststadthalle mit einem großen und nur wenigen kleinen Räumen zu massiven Einschnitten beim Programmangebot für Kinder und Jugendliche kommen wird.

Das Verhältnis zwischen Stadtführung und der nachwachsenden Generation verschlechtert sich in Essen immer mehr. Kulturdezernent Bomheuer hat auch bei der Kunst-Initiative Freiraum2010, die aktuell mit einer fulminanten Werkschau in der ihnen zur Zwischennutzung von privater Seite zur Verfügung gestellten ehemaligen Lukaskirche für Furore sorgt, keinen leichten Stand und wird vor allem für seine Aussage „Wir können nicht jeder Generation ein neues Kunsthaus bauen“ kritisiert.

Bomheuer und Mitstreiter Renzel können ihrer Jugend- und Kulturpolitik in Sachen JZE jedoch nur positives abgewinnen, indem sie auf die zentrale Lage der Weststadthalle und die neu geschaffenen Kooperationsmöglichkeiten verschiedener Einrichtungen wie der Folkwang Musikschule und dem Veranstaltungsmanagement des Jugendamts verweisen.

Letztlich eine absurde Situation. Die einen (Freiraum) suchen einen Ort, bekommen aber keinen. Die anderen (JZE) haben einen, werden aber wider Willen umquartiert. Für die Stadt Essen ist die Schließung des JZ an der Papestraße jedenfalls nicht mehr eine Frage von Argumenten, sondern nur noch eine Frage von Zeit. In der Weststadthalle haben Handwerker längst ihre Arbeit aufgenommen.

Fotos: Stadt Essen (Teaser), Michael Blatt

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Fr, 11.03.2011 2

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Kommentare

jze ..habe was vergessen

kinder scheinen den verantwortllichen ebenfalls völlig egal zu sein. was für eine brut,

jze schließung

hallo , ich habe in den 60-80 jahren im jze mit verschiedenen bands musik gemacht, virgin´s dream, return, pace, das jze ist ein kultstätte.
den cavern in liverpool und den star club in hamburg haben sie auch zerstört..
für jeden scheiss haben sie geld. die kultur ist und bleibt ein stiefkind...einen echte schande ist das,,

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05.01.2010

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