
Eine philosophische und wissenschaftliche Sternstunde im Gasometer
Und auch das ist bereits die Verlängerung. Nach dem großen Erfolg wurde die Ausstellung ins RUHR.2010 Programm aufgenommen und entsprechend verlängert. Im Zentrum der Ausstellung steht bzw. hängt der „größte Mond auf Erden“ - eine detailgetreue Nachbildung des Mondes mit 25 Metern Durchmesser, die mitten im Gasometer hängt.
Doch beginnen wir von vorne: Auf letztlich vier Ebenen präsentiert sich die Ausstellung. Auf der Eingangsebene bewegt sich der Besucher quasi im Sonnensystem, zwischen Sonne und Saturn in einer Mischung aus Installationen, Bildern und Fotografien.
Eine Ebene höher auf der Gasdruckscheibe werden verschiedenen Exponate präsentiert, die den besonderen Reiz dieser Ausstellung zeigen. Neben Instrumenten, mit denen sich Menschen in ihrer Geschichte der Erforschung des Weltraums widmeten, stehen kultische und mythologische Exponate. Ziel der Ausstellung ist nicht nur eine wissenschaftliche Einführung zu geben, sondern auch zu zeigen, wie der Blick auf das All den Menschen in seinem künstlerischen und philosophischen Schaffen geprägt hat. So könnte man vielleicht mutmaßen, dass das eine doch immer das andere bedingt hat: Vermuteten die Menschen vor der Erfindung der ersten Instrumente noch wahlweise Götter, Nichts oder dubiose Massen „hinter“ dem Himmel, hat der wissenschaftliche Blick auch die geistige Auseinandersetzung verändert.
Eine Ebene höher steht man in der Manege plötzlich unter der beeindruckenden im Raum hängenden Mond-Installation und dem offenen Blick auf die Weite und Höhe des Gasometers. Das allein ist ein beeindruckender Moment, der leicht Schwindelgefühle verursachen kann und ein bisschen Weltraumatmosphäre aufkommen lässt. Von unten wird der Mond beleuchtet, so dass die originalgetreue Mondlandschaft eindrucksvoll zu erkennen ist. Fährt man anschließend mit dem Fahrstuhl nach oben unter die Decke des Gasometers, schiebt sich die von hier aus dunkle Seite vor die beleuchtete Ausstellung unter dem Mond, wie eine Sonnenfinsternis (siehe oben auf dem Teaserbild). Auf der Manegen-Ebene gibt es für diesen Blick vier Hörstationen, die versuchen akustische Akzente für den Mond zu finden. Eine Säule spielt Popmusik (u.a. Star Wars oder „The Dark Side Of The Moon“), eine weitere gibt akustische Umwandlungen physikalischer Prozesse zu hören (Wie klingt DNS?) und die dritte gibt einen kultischen oder mythologischen Zugang, z.B. über tibetanische Mönchsgesänge.
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