
Ein weiteres Bild an der Wand
Street Art Communication in Košice (Slowakei)
Street Art Communication (SAC) steht für Wandmalerei und das Straßenkunst-Festival in Košice (Slowakei) sowie die dahinter stehende Bürgerinitiative. Beides wurde von Viktor Feher, einem New Media-Studenten, ins Leben gerufen, der mittwochs in Tabačka DJ- und VJ-Sessions veranstaltet. Wie viele kreative Köpfe vor Ort, ist Viktor einige Jahre lang gereist und hat zunächst Erfahrungen in Prag und London gesammelt, bevor er sich in seiner lokalen Szene niedergelassen hat. Er hat es geschafft, berühmte Künstler in die Stadt zu bringen, was von der Öffentlichkeit positiv aufgenommen wurde. Gemeinsam mit einem Freund betreibt er einen Shop für die Sprayerszene.
Das vierte Street Art Communication-Festival war etwas besonderes: Zum ersten Mal wurde das Festival auf großen Mauern im historischen Kern der Stadt beworben. Das Festival wurde zweifellos positiv bewertet, aber es gab auch dramatische Momente und es lief nicht immer alles rund. Im Allgemeinen sind Sprayer cool und viel beschäftigt – so hatte der aus der Ukraine stammende Interesni Kazki im vergangenen Sommer Buchungen in Spanien, Portugal und Italien, verbrachte nur kurze Zeit zu Hause und reiste dann bereits wieder in die USA.
Auf einem Zwischenstopp schaute er auch in Košice vorbei. Es stellten sich Fragen wie die Finanzierbarkeit der Veranstaltung, Genehmigungen für die Verschönerung der Mauern, Bürokratie sowie Parallelveranstaltungen.
Hässlich, unpassend und satanistisch (...?!)
Das größte "Hallo" wurde von zwei Kunstwerken hervorgerufen. Das erste befindet sich an der Wand im Schwimmbad, von dem der Künstler die Aufgabe erhielt, ein Wasser-Motiv umzusetzen. Der Spanier Aryz setzte die Aufgabe sehr abstrakt um und kreierte ein "Monster". Verschiedene einflussreiche Personen ließen über die örtliche Presse durchblicken, dass sie das Werk gern übermalt sehen würden und es für hässlich, nicht passend, satanistisch (wegen der Krone auf dem Kopf des Monsters) und sogar drogenverherrlichend halten.
Andere, weitaus größere Gruppen äußerten sich positiv zum Freestyle-Konzept. Bürgermeister Ludovit Grega hatte wahrscheinlich das letzte Wort in der Sache und entschied, dass das Werk bleiben darf. Aktuell wird diskutiert, ob das Bild an der Wand als Druck auf den Eintrittskarten für das Schwimmbad erscheinen soll. Die zweite umstrittene Wand ist an der Kreuzung der Vodna- und Kovacskastraße. Zwei offizielle Beschwerden wurden gegen die Bürgerinitiative wegen der Bemalung ohne gültige Genehmigung und Schadensersatzansprüche gegen Unbekannt erhoben. Viktor steckt jetzt in Schwierigkeiten.
Hoffen auf ein Happy End für die Mauer
Traurig muss er zugeben, dass dieser Fall nicht gerade förderlich dafür ist, die Öffentlichkeit und die Behörden zu einer zukünftigen Kooperation zu bewegen. Beim Hören seiner Geschichte ist es schwer zu sagen, wie freundlich die Stimmung im Amt für Denkmalschutz war, wo er die mündliche Zustimmung erhielt, die besagte Mauer nutzen zu dürfen und ihm die Zustellung einer Genehmigung versprochen wurde. Laut Viktor ist dieser Schwachsinn das Produkt von Bürokratie, wo die rechte Hand nicht weiß, was die linke tut. Hoffentlich wird seine Mauer ihr Happy End bekommen.
Viktor bleibt realistisch: "Es ist einfach ein großes Glück, dass dieses Festival stattgefunden hat – es war die Mühe wert." Das ist die allgemeine Antwort auf alle Anstrengungen, die mit dem Festival zusammenhingen. Und, fügt er hinzu, es gibt hässliche Plakatwände im historischen Teil der Stadt, die keinen kulturellen Wert haben. Wird die moderne Kunst in der Gesellschaft auf Fair Play setzen? Wir werden berichten.

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