Wie Phönix aus der Asche - Dortmund und das neue Emschertal

Selten hat eine Planung so sehr das Bild einer Stadt verändert, wie der Phönix-Park in Dortmund. Dort, wo bis 1998 noch Stahl erzeugt und verarbeitet wurde, entsteht ein neue völlig neue Landschaft. Wer erinnert sich nicht daran, dass große Teile des Hüttenwerks verpackt und nach China geschickt wurden. Nun entsteht auf der Fläche von 300 Fußballfeldern das Neue Emschertal.

Geplant und teilweise schon realisiert ist der Phönix-Park mit neuen Unternehmensansiedlungen, Wohnraum und vor allem dem großzügig angelegten Stausee. Das Projekt gehört mit zu den ehrgeizigsten Umnutzungen einer Industriebrache.

Neue Verbindungslinien zwischen Westfalenpark und Botanischem Garten

Der Phönix-Park verbindet den Stadtteil Hörde mit der Innenstadt. Vor allem aber stellt er die Verbindung zwischen dem Westfalenpark und dem Botanischen Garten Rombergpark her und schließt die Lücke in den Grünzügen.

Inmitten des Parks wurde der See angelegt, der 1,2 Kilometer lang und 300 Meter breit ist. Die Emscher wird renaturiert und erhält ein neues Flussbett, es entsteht eine Auenlandschaft, die um den See herum führt. Diese Landschaft inmitten der Stadt wird Dortmund entscheidend verändern .

Die Schwerindustrie ist Vergangenheit

Entlang des Ufers ist eine lockere Wohnbebauung an den neu entstehenden Hanglagen geplant. Für die Erholung sollen ein Yachthafen entstehen, eine Promenade, Vergnügungsinseln, Beachvolleyballplätze und eine Eisfläche für den Winter am Hafen. Durch seine exponierte Anlage wird der See zudem eine wichtige Funktion im Hochwasserschutz einnehmen.

Das industrielle Erbe wird gewürdigt, der Hochofen ist eine nach wie vor wichtige Landmarke. Er wird zugänglich gemacht für die Öffentlichkeit, die auf 70 Metern Höhe die Aussicht über die Region genießen kann.

Seltene Pflanzen und Tierarten werden geschützt, sie hatten zwischenzeitlich die brach liegende Industrienatur erobert. An Schwerindustrie indes wird nichts mehr erinnern, sie ist endgültig Vergangenheit. Vielmehr entsteht eine Insel inmitten der Stadt mit einer ganz eigenen Prägung.

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So, 09.05.2010 2

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Kommentare

Mit Stadt ist nicht nur die

Mit Stadt ist nicht nur die Dortmunder City gemeint, sondern die Gesamtstadt.

Der Emscher-Landschaftspark - und dies meint Schließung einer Lücke - reicht von Duisburg bis Bönen. Damit ist ein gesamträumliches Konzept gemeint, dem man sicher erst einmal eine Chance geben sollte.

Die Stadt wird gar nicht

Die Stadt wird gar nicht verändert, denn das Gelände liegt vor der Stadt. Den See gibt es entgegen der Behauptung in diesem Beitrag noch gar nicht. Hörde wird nicht mit der Innenstadt verbunden, sondern ist es schon längst, nur ein Streifen Grün und irgendwann der See liegen nun auch noch dazwischen. "Lücke in den Grünzügen werden geschlossen", auch so eine Formulierung, die direkt den Werbeblättchen für Phoenix entnommen scheint. Überhaupt ist der Mehrwert dieses Artikels nicht recht erkennbar. Journalismus wäre, auch zu sagen, wo die Probleme liegen, denn die gibt es ja. Recherche wäre dieses Projekt mit ähnlichen Projekten in der Region zu vergleichen. Stattdessen ein runtergeschriebener Baubericht, der viel von dem behauptet, was es noch nicht gibt. Ich glaube aber nicht, dass die Phoenix-Gesellschaft noch mehr Werbung braucht, sondern kritische Begleitung.

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04.12.2009

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