Gebündeltes Engagement in München- Künstlerkolonie 'Haus 50' bietet Raum für Kreativität

Künstlerkolonie 'Haus 50'. Der Name steht für ein breites Spektrum künstlerischer Richtungen. In den Häusern leben und arbeiten Maler, Musiker, vertreten sind Film, Fotografie und Literatur. Gäste können Ausstellungen, Atelierfeste, Workshops, Lesungen und Aktionen besuchen.

Die Rede ist von der ehemals größten Münchner Künstlerkolonie Europas. Zunächst hieß sie auch Künstlerkolonie Domagkstraße, mittlerweile heißt sie 'Haus 50'.

Domagkstraße 33 - Foto: www.myspace.com/domagkateliers
Domagkstraße 33 - Foto: www.myspace.com/domagkateliers

Die Häuser befinden sich in der Domagkstraße in Schwabing auf dem Areal der ehemaligen Funkkaserne. Als diese 1993 leer gezogen wurde, zogen hier Künstler in elf Häusern ein, bald schon waren es etwa 250 aus über 30 Nationen, die hier reges eben entfalteten.

Schon früh allerdings plante die Stadt München, auf dem Gelände Wohn- und Gewebeflächen neu zu errichten. Der Raum für Künstler wurde auf vier Kasernenhäuser reduziert - zu klein für alle. Viele zogen fort.

Die sanierte Fahrzeugmeisterei bietet nun Platz für 100 Künstler, weitere 50 arbeiten in einem noch nicht sanierten Haus. Weitere Gemeinschaftsräume und Läden - von der Kneipe bis hin zum Malerbedarf - sollen noch gebaut werden.

Domagk Ateliers - Foto: www.myspace.com/domagkateliers
Domagk Ateliers - Foto: www.myspace.com/domagkateliers
Gut durchgesetzt

Mit dem Erhalt von immerhin 150 Ateliers und Studios haben sich die engagierten Künstler durchgesetzt. Erhalten bleibt die ganz besondere Atmosphäre und die Möglichkeit der Zusammenarbeit mit Werkstattcharakter der unterschiedlichen künstlerischen Disziplinen.

Den Verantwortlichen in München war schnell klar, dass sie auf diese besondere Szene nicht verzichten kann, auch wenn die Erwartungen an die Akteure andere sind, als die der Künstler selbst. Künftig wird es darum gehen, mehr zu sein, als die Aufwertung eines neu entstehenden Wohnquartiers.

Dies wird durch Beteiligung an den Planungen der Anwohner von 'Haus 50' verhindert. Sie entscheiden mit, wie das neue Gebiet aussehen wird - ein Novum in München. Immerhin will niemand, dass sich der Ort zu einem Ghetto entwickelt.

So besteht eine gute Chance, dass die Arbeit der Künstler weiterhin ernst genommen wird, und nicht der Marketinggedanke überwiegt. Dies gelingt, wenn Stadt, Künstler und künftige Bewohner offen aufeinander zugehen.

Domagkstr. 33 - Foto: www.myspace.com/domagkateliers
Domagkstr. 33 - Foto: www.myspace.com/domagkateliers
Kunst und Zeitgeschichte

Erhalten wird mit 'Haus 50' nicht nur Raum für professionelle Kunst, sondern auch die Erinnerung an Zeitgeschichte. Die Funkkaserne wurde kurz vor dem Zweiten Weltkrieg errichtet und diente dem Nachrichtenwesen der Luftwaffe. Nach 1945 diente sie der US-Armee als Durchgangslager für Auswanderer, auch jüdischen Überlebenden und politischen Flüchtlingen.

1952 wurde der "Wartesaal der Auswanderer" geschlossen, nachdem etwa 125.000 Menschen durchgegangen waren. Nach 1952 kamen hier Flüchtlinge der ehemaligen DDR an und wurden in Auffanglager verwiesen. 1956 zog die Bundeswehr ein und blieb bis 1993.

Fotos: Domagk Ateliers - www.myspace.com/domagkateliers

 

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Do, 19.08.2010 2

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Bild der DomagkAteliers

Haben Sie herzlichen Dank für Ihre Informationen. Es sind keine Vorwürfe, es ist die Darstellung der Lebensrealität. Und es ist gut, wenn wir die Künstlerszene stärker herausstellen können! Bitte informieren Sie uns.

Kunst&Messebau ---- ein korrigiertes Bild der DomagkAteliers

Die Öffentlichkeit hat ein romantisches Bild der Domagkstrasse, das aus alten Zeiten herrührt und dem heutigen Stand der Dinge nicht mehr entspricht.

Von den angeblich 100 Künstlern ist ein überwiegend! grosser Teil, ein sich an die Kunst angehängter Interessenverband von Messebauern und anderen - an Kunst nicht interessierten, ohne Kunstausübung-und Bildung - Existenzen, die die von der Stadt für die Ausübung der Kunst vorgesehenen Ateliers, als Lager oder Wohnung zweckentfremdet haben.

In der Domagkstrasse herrscht unter der Ägide einer obskuren "gemeinnützigen" GmbH eine vergiftete, der Kunstausübung belastende Atmosphäre. In der Verwaltung sitzen grösstenteils Leute, (es gibt darunter löbliche Ausnahmen) die sich gegen die Künstler ausgetauscht und in der Domagkstrasse niedergelassen haben.
Ein kunstfremdes Interessenkonglomerat , das in ominösen Sitzungen viel Zeit hat über das Geschick in der Domagkstrasse zu entscheiden und auf dringliche Anfragen für die Kunst sich quer stellen oder nicht reagiert, und in Unkenntnis von Kunst, die Kunst verfolgt, verhindert und zerstört.

Der Restbestand der Verwaltung eines nicht gemeinnützigen Mietervereins der ehemaligen Häuser auf dem Gelände, der immer noch in obskuren Mehrheitsverhältnissen (15% der Ateliersbenutzer haben über 50% an Stimmgewalt) am Erhalt der Macht operiert, verhängt, ohne transparent ausgearbeitete Entscheidungsstrukturen an Künstler Hausverbote, droht mit Polizei und Kündigungen, und war sich trotz eigener gravierender Fehlverhalten in der Vergangenheit nicht zu schade, mehrmals vor Gericht zu ziehen….

Gegen diese Eigen-Interessenvertreter sich wehren zu müssen ist eine der Belastungen, denen sich einige der verbleibenden, ernsthaft der Kunst verpflichteten Künstler ausgesetzt sehen und eine der Hauptaufgaben einer extra dafür einberufenen Künstler-Interessenvertretung, des Mieterbeirats.

Die Formulierung der Vorwürfe an dieser Stelle mag dazu dienen, das falsche Bild das die Öffentlichkeit über die sogenannte "Künstlerszene" in der Domagkstrasse hat zu korrigieren. Falsch wäre es daraus zu schließen in der Domagkstrasse gäbe es keine Künstler mehr!

mit freundlichen Grüssen
Lutz Weinmann

Über den Autor

04.12.2009

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