Pa negre (Black bread)

In diesem Jahr spricht Hollywood katalanisch

Ein katalanischer Film soll Spanien bei den nächsten Oscars repräsentieren

Agustí Villalongas Werk “Pa Negre” (Black Bread) ist der erste katalanische Film, der am Rennen um den begehrten Hollywood-Preis teilnimmt. Das ist ein zusätzliches Bonbon für die Produktion, die im Februar 2011 den höchsten spanischen Filmpreis erhielt: den Goya.

Das emotional aufgeladene Portrait von Katalonien nach dem Krieg konnte seine zwei Konkurrenten abhängen: “La voz dormida” (The sleepy voice), ein Melodram über das Franco-Regime in Gefängnissen von Benito Zambrano und “La piel que habito” (The skin I live in) von Pedro Almodóvar, dem international bekannteren der drei Regisseure.

 

Ein Meilenstein

Jetzt wird die American Cinema Academy entscheiden, ob “Pa Negre” unter die Finalisten kommt. Viele unterschiedliche Filme aus verschiedenen Länder konkurrieren miteinander – die Akademie gibt die Oscar-Finalisten jedoch erst im Januar 2012 bekannt.

In einem Jahr, in dem viele Stimmen versuchen, die katalanische Sprache auszugrenzen, ist es ein Meilenstein, dass die Academy für einen Film in katalanisch gestimmt hat. Der Regisseur dazu: "Es freut mich, dass die Reichhaltigkeit und Vielfältigkeit als etwas Positives angesehen und nicht verteufelt werden." In einem Land mit verschiedenen Sprachen zeige die Wahl eines katalanischen Films den Respekt des Landes für alle Kulturen.

 

Filmisch, nicht politisch denken

Viele Personen erhoben ihre Stimmen gegen das Meisterwerk mit der Begründung, es könne Spanien nicht repräsentieren, weil es nicht auf Spanisch sei. Wir müssen uns jedoch daran erinnern, dass katalanisch eine offizielle Sprache in Spanien ist und dass der Hauptgrund für die Auswahl des Films seine künstlerische Qualität war.

Auf der anderen Seite feierten viele Menschen die Wahl des Films als politischen Erfolg für die Unabhängigkeit Kataloniens. Wir sollten uns jedoch daran erinnern, dass es hier um die Bewertung von Filmkunst geht und nicht um Politik. Der Film erzählt eine wunderschöne Geschichte über die Nachkriegszeit Spaniens und nimmt keinerlei Bezug auf die aktuelle politische Situation in Katalonien. Die Schauspieler sprechen katalanisch, weil die Darbietung in Katalonien stattfindet und die Katalanen dort leben, das ist alles.

 

Mi, 02.11.2011 0

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28.06.2011

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