Special: Kreativität und ihre Köpfe

Seit drei Jahrzehnten wird jedes Jahr der Titel „Kulturhauptstadt Europas“ vergeben. Als die Entscheidung auf das Ruhrgebiet fiel, war die RUHR.2010 die erste Kulturhauptstadt, die sich entschloss, die Kreativwirtschaft in ihr Programm aufzunehmen. Gleichberechtigt zur öffentlichen Kultur, rückt das ökonomische Potenzial der Künstler und Kreativen in den Vordergrund.

Beatplantation zur Kulturhauptstadt-Eröffnung - Foto: 2010LAB.tvZum Start des digitalen Labors der Kulturhauptstadt www.2010LAB.tv steht die Frage nach Kreativität im Mittelpunkt, genauer nach den Menschen, die mit ihrer Kreativität wirtschaftlich tätig sind. Wer sind sie und wie sind sie kreativ – vom prominenten Star bis zum unbekannten Gründer. Wie lernt man kreativ sein? Und welche Folgen hat Kreativität? Laut Richard Florida gibt es ohne Kreative Klasse keine Zukunft und Prosperität für Städte. Das belegt die Statistik klar. Doch viele Kreative erleben, wie schwer es ist, sich ein Auskommen zu sichern – rund 90 Prozent aller Firmen sind Einzelkämpfer. In Hamburg, Berlin aber auch in der Metropole RUHR – zum Beispiel in Duisburg Marxloh – kann man täglich sehen, wie Kreativwirtschaft unverzichtbar ist für die Stadtentwicklung, gerade in entleerten Stadtteilen mit wegbrechenden Wirtschaftsstrukturen. Doch wenn Kreative mit ihren Anliegen zur Stadtverwaltung gehen – ob in Deutschland wie in Hamburg oder im Ausland – gelten sie zum Teil noch als Paradiesvögel und werden nicht gehört.

Regelmäßiger Themenwechsel

Unter dem Thema „Kreativität und ihre Köpfe“ stellt das 2010LAB Hermann Vaskes´ Interviews mit Herbert Grönemeyer und Christo & Jeanne-Claude zur Kreativität vor – verbunden mit den Antworten aus der Kreativwirtschaft der Metropole RUHR. Jeden Tag eine Antwort auf die Frage „Warum bist Du kreativ?“ Ausführlicher gehen wir in einem Film dem Zusammenhang von Bildung und Kreativität nach: Was bedeutet Musikförderung in jungen Jahren – macht das bessere Ingenieure oder Politiker? Lesen Sie Beiträge unserer Autoren aus ganz Europa oder den Gastkommentar von Wolf Lotter, erfahren Sie mehr über unsere Barcamps und das Auslandstipendium für Kreative oder über den Musikblog RUHR. Oder genießen Sie einfach eine Kurzfassung des auf ARTE ausgestrahlten Films „Warum bist Du kreativ?“ von Hermann Vaske.

Hintergründe zur Kreativwirtschaft

Seit Jahren wächst die Zahl der Erwerbstätigen in der Kreativwirtschaft um ca. drei Prozent jährlich (2008: 1.001.000). Heute, zu Beginn des Jahres 2010, steht Kreativwirtschaft nicht nur für neue ökonomische Perspektiven in der Zeit des Umbruchs traditioneller Industriezweige, sondern auch für neue Ansätze in der Stadtentwicklung, in der Bildung, in der Ökonomie und der Migrationspolitik. Sind die Kreativen und ihre Kreativität die Überraschungssieger des gesellschaftlichen Umbruchs? Was leisten sie? Und was können sie nicht leisten? Und vor allem: Wie funktioniert das mit der Kreativität? Denn offensichtlich kann nicht einfach der „Lichtschalter“ umgelegt werden – und wir sind alle kreativ.

2007 veröffentlichte die EU-Kommission Zahlen zur Wirtschaftskraft der Kultur, die sich am Markt refinanziert und nicht öffentlich gefördert ist: 654 Milliarden Euro Jahresumsatz, 5,8 Millionen Beschäftigte in Europa. Allein in Deutschland sind es mehr als eine Million Menschen, die in den elf Branchen der Kultur- und Kreativwirtschaft arbeiten – in der Metropole RUHR geschätzte 65.000 mit einem Jahresumsatz von zirka sieben Milliarden Euro.

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Di, 12.01.2010 0

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29.11.2009

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Metropole Ruhr
Mehr als 5 Millionen Einwohner erleben zurzeit, wie ihr postindustrielles Ruhrgebiet im Westen Deutschlands sich zum spannenden europäischen „place to be“ wandelt. Eine werdende Metropole im Selbstfindungsprozess nach der Kulturhauptstadt 2010. Besondere Kennzeichen: Industriekultur als Teil des kollektiven Gedächtnisses – und als inszeniertes Massenereignis.

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