Die Volunteers der RUHR.2010 - Engagierte in Hellblau

Über 1000 Volunteers packen bei den aktuellen Projekten der Kulturhauptstadt Europas kräftig mit an. Zwei von ihnen sind Anja Lehnertz und Eckhardt Suren.

Es ist Mittwochabend um 19 Uhr. Während die meisten schon zu Hause die Beine hochlegen, sind Anja Lehnertz und Eckhardt Suren noch immer aktiv. Die beiden sind Volunteers der RUHR.2010, leicht zu erkennen an der hellblauen Kleidung, und werden an diesem Tag als Aufsichts- und Betreuungspersonal für den „Starken Ort“ in der Bochumer Turbinenhalle eingesetzt. Das Netzwerkprojekt „Starke Orte“ der regionalen Künstlervereinigungen tritt im Kulturhauptstadtjahr erstmals zusammen um spannende und für die Kunst bislang unentdeckte, „starke Orte“ zu bespielen. Auch dieses Projekt wäre wohl ohne Volunteers nur schwer zu realisieren. „Das ist schon eine ganz schöne Verantwortung!“ meint Anja Lehnertz. „Jemand kommt, schließt auf, gibt eine kurze Einweisung und dann sind wir ganz auf uns selbst gestellt.“ Aber zum Glück macht es ja auch Spaß. Für beide ist der Einsatz in der Ausstellung des bochumerkünstlerbundes in der Turbinenhalle auf dem ehemaligen Gelände der Fried Krupp Hüttenwerke AG im jetzigen Westpark Bochum nur eins von vielen Projekten. Und auch in Zukunft werden sie mit anpacken, wenn beispielsweise die EMSCHERKUNST.2010 eröffnet und keine Zeit und Kosten scheuen, um mit dabei zu sein.

Die Schönheit der Metropole Ruhr

Die Teilnahmebereitschaft, sich ehrenamtlich für die Kulturhauptstadt Europas zu engagieren war und ist noch immer wirklich groß. So sind mittlerweile über 1000 Volunteers für die laufenden Projekte unterwegs. Aber was genau bewegt die Menschen, sich ehrenamtlich zu engagieren?
Für den fast 68-jährigen Eckhardt Suren war es vor allem der Wunsch als Kind des Ruhrgebiets auch anderen die Feinheiten und Schönheiten des Reviers zu zeigen. Auch für Anja Lehnertz war eigentlich dies der Hauptgrund als RUHR.2010-Volunteer tätig zu werden. Aber nicht nur die ausländischen Besucher sind dabei das Ruhrgebiet zu erkunden. Erstaunlich viele Bewohner der Metropole sind unterwegs und nehmen sich das Kulturhauptstadtjahr zum Anlass die Heimat etwas genauer kennen zu lernen. Und so zeigen die Volunteers letztlich nicht nur den Besuchern von außerhalb, sondern auch den Ruhris selber, was die Region zu bieten hat. Auch als Ehrenamtlicher kommt man durch die Arbeit an entlegene Orte, die man selbst noch nie besucht hat und „so ist man letztendlich selbst überrascht, wie schön das Ruhrgebiet ist“, so Anja Lehnertz aus Dinslaken, die es auch nur durch ihre Arbeit für den „Starken Ort“ Bochum in den Westpark rund um die Jahrhunderthalle in Bochum verschlagen hat. Ein weiterer positiver Nebeneffekt der Arbeit ist es auch immer wieder viele neue nette und interessante Menschen kennen zu lernen. „Wir Volunteers treffen uns eigentlich nie wieder“ so Anja Lehnertz. Und so lernt man bei jedem neuen, spannenden Projekt auch wieder andere Helfer kennen“.

„Volunteers sind die Ameisen der RUHR.2010“

Als Volunteer macht man schon so einiges durch. Eckhardt Suren fasst es ganz gut zusammen, wenn er bemerkt, dass man friert, schwitzt und auch einmal bis spät abends im Regen steht. Ohne die Volunteers wären so manchen Sachen nicht möglich und so ist es eigentlich schade, dass so wenig über die Volunteers und ihre Arbeit berichtet wird. Denn schließlich sind sie doch die „Ameisen der RUHR.2010“ stellt Eckhardt Suren mit einem Schmunzeln fest.
Wir jedenfalls sind dankbar für ihre Arbeit und hoffen, dass auch für sie die Arbeit eine Bereicherung ist. Von dem Einsatz in der Turbinenhalle Bochum nehmen die beiden Helfer ganz bestimmt die Erinnerung an die Arbeit „Kumunkulusmaschine“ mit. Die gläsernen und beleuchteten Gebilde der Künstler Gabriele Schmitz Reum und Werner Block haben es den beiden nämlich ganz besonders angetan.

www.starkeorte.de

Sa, 29.05.2010 0

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15.12.2009

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Metropole Ruhr
Mehr als 5 Millionen Einwohner erleben zurzeit, wie ihr postindustrielles Ruhrgebiet im Westen Deutschlands sich zum spannenden europäischen „place to be“ wandelt. Eine werdende Metropole im Selbstfindungsprozess nach der Kulturhauptstadt 2010. Besondere Kennzeichen: Industriekultur als Teil des kollektiven Gedächtnisses – und als inszeniertes Massenereignis.

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