Die Burg, die keine Burg ist

Die erste Frage, die sich der Betrachter der Eulenburg in der Stahlwerkstraße im Dortmunder Norden stellt, ist: Wie zum Kuckuck kommt eine Burg in ein Wohnviertel?

Der Schein allerdings trügt: Die Eulen- oder auch Uhlenburg, wie sie im Volksmund genannt wird, ist gar keine Burg. Genau genommen verbergen sich hinter der niederdeutschen Backsteingotik des Architekten R.W. Pinzer drei Wohngebäude mit ganz normalen Mietswohnungen und Hinterhofgebäuden, in denen heute unter anderem eine KITA untergebracht ist. Doch lange hatte der Malermeister, der das Haus 1902 in Auftrag gab, keine Freude an seiner Burg: Bereits 1913 musste das Gebäude zwangsversteigert werden.

Die folgenden Besitzerwechsel haben dem Schmuckstück nicht besonders gut getan: Die Substanz wurde kaum gepflegt, eine Sanierung blieb lange aus. Ergo verkam die Eulenburg zusehends. Erst vor einigen Jahren kamen zwei der drei Gebäudeabschnitte wieder in private Hände. Der neue Besitzer – ein Architekt – versetzt seit 2003 die Fassade mit Unterstützung eines Förderprogramms der Stadt Dortmund, viel Eigeninitiative und Herzblut wieder weitgehend in den Originalzustand.

Ein Geheimnis wird jedoch für immer der Name sein: Niemand kann heute so recht sagen, woher er eigentlich kommt.


Doch auch, wenn die Eulenburg gar kein Burg ist: Die Fassade gehört sicherlich zu den schönsten, die ein Wohnhaus bieten kann.

Die Eulenburg beim Stadtplanungsamt Dortmund
Die Eulenburg bei Wikimedia Commons

Mi, 21.04.2010 1

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Kommentare

Eulen mögen wohl ansehnliche Architektur

Ein schönes Stück in der Architekturreihe von Herrn Steffens. Und wer kann schon sagen, dass sein Sprössling tagsüber in einer Burg weilt? *g*

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24.02.2010

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