
„Der ganze Trillerpfeifen-Wahnsinn“ - Eine Bochumer Clubgeschichte, Teil III
In den Achtzigern und Neunzigern setzte Ralf Odermann als DJ in den legendären Clubs Logo und Planet in Bochum Maßstäbe in Sachen Punkrock, Housemusik und Szenekultur. Wie sieht der Party-Pionier die Ruhrgebiets-Szene heute?
Wenn Du Dir die Szene heute anguckst, was ist anders?
Ralf Odermann: Das Angebot ist natürlich heute insgesamt viel größer. Der größte Unterschied ist aber, dass die Läden nicht mehr selber Programm machen, sondern sich Fremdveranstalter ins Haus holen. Das finde ich sehr schade, weil die Clubs dadurch ihr Profil verlieren und ihr Stil verwässert wird. Früher ist man in einen Laden gegangen, weil man ihn gut fand.
Aber haben nicht einige Party-Veranstalter heute einen ähnlichen Anspruch wie Ihr damals, einfach gute Musik in die Stadt zu bringen?
Den Leuten geht es heute nicht mehr nur um die Musik. Auch Veranstaltungen wie das Funkloch in Bochum, wo sehr viel Wert auf gutes Booking gelegt wird, unterliegen einem gewissen Hype. Der entsteht von ganz allein, wenn man längere Zeit etwas Gutes macht. Dann gehen Leute dorthin, um gesehen zu werden und um zu gucken und interessieren sich nur zweitrangig für die Musik oder dafür, welcher DJ auflegt. Andererseits: was Guy beim Funkloch mit dem Booking macht, hat noch mehr Sendungsbewusstsein bei uns damals. Er macht nun mal seine eigenen Veranstaltungen, während wir letztlich immer dem Zwang unterlagen, dass der Laden auf jeden Fall laufen muss.
Heute ist eher die Zeit der Partyreihen, die unabhängig von einer bestimmten Location existieren. Ob es nun das Funkloch ist, Feel Vergnügen, Beatplantation oder andere …
Ich bin sehr gespannt, ob dieser Trend noch wächst und ob es bald noch mehr solcher wandernden Partyshows gibt, die vielleicht mal durch ganz Deutschland wandern.
Werden die traditionellen Clubs dadurch abgelöst?
Ich könnte mir vorstellen, dass es beides gibt. Im Regionalen könnten noch mehr erfolgreiche Partykonzepte entstehen, aber auch klassische Clubs werden sich auf jeden Fall halten.
Ist das Ruhrgebiet qualitativ und an Möglichkeiten gewachsen?
Gegenüber den 80ern gibt es heute mehr Möglichkeiten. Wenn man mobil ist, dann wird man heute immer etwas finden, wohin man fahren kann, und an manchen Tagen auch eine gewisse Auswahl haben. Das war früher nicht so – es sei denn, man kannte einen Laden wo man immer hin konnte, weil es da immer gut war.
So wie das Logo ...
Wenn man musikinteressiert war, konnte man eigentlich nur ins Logo gehen. Und wer Grufti war, ging vielleicht ins Zwischenfall, aber das war es auch schon. Klar hat das Logo auch abgefärbt, die großen Hits von dort wurden dann auch woanders gespielt, zum Beispiel im Spirit in Dortmund, aber ich glaube wenn man wirklich interessiert war zu guter Musik auszugehen, dann hatte man keine große Wahl. Da hat man es heute schon einfacher.
Foto (Header) + Foto 1: Thomas Slecki
Foto 2: Unbekannt
Teil I: Die Achtziger
Teil II: Die Neunziger
Teil II: Heute
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Teil III: Heute
Wenn Du Dir die Szene heute anguckst, was ist anders?
Ralf Odermann: Das Angebot ist natürlich heute insgesamt viel größer. Der größte Unterschied ist aber, dass die Läden nicht mehr selber Programm machen, sondern sich Fremdveranstalter ins Haus holen. Das finde ich sehr schade, weil die Clubs dadurch ihr Profil verlieren und ihr Stil verwässert wird. Früher ist man in einen Laden gegangen, weil man ihn gut fand.
Aber haben nicht einige Party-Veranstalter heute einen ähnlichen Anspruch wie Ihr damals, einfach gute Musik in die Stadt zu bringen?

DJ Ralf Odermann
Heute ist eher die Zeit der Partyreihen, die unabhängig von einer bestimmten Location existieren. Ob es nun das Funkloch ist, Feel Vergnügen, Beatplantation oder andere …
Ich bin sehr gespannt, ob dieser Trend noch wächst und ob es bald noch mehr solcher wandernden Partyshows gibt, die vielleicht mal durch ganz Deutschland wandern.
Werden die traditionellen Clubs dadurch abgelöst?
Ich könnte mir vorstellen, dass es beides gibt. Im Regionalen könnten noch mehr erfolgreiche Partykonzepte entstehen, aber auch klassische Clubs werden sich auf jeden Fall halten.
Ist das Ruhrgebiet qualitativ und an Möglichkeiten gewachsen?
Gegenüber den 80ern gibt es heute mehr Möglichkeiten. Wenn man mobil ist, dann wird man heute immer etwas finden, wohin man fahren kann, und an manchen Tagen auch eine gewisse Auswahl haben. Das war früher nicht so – es sei denn, man kannte einen Laden wo man immer hin konnte, weil es da immer gut war.
So wie das Logo ...

Logo Club
Foto (Header) + Foto 1: Thomas Slecki
Foto 2: Unbekannt
Teil I: Die Achtziger
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Teil II: Heute
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- Logo-Club
- Planet Club
- Logo auf Ruhr-Guide
- Stargate
- Fashion Moda Hype Gallery
- Dzire from the Blog
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So, 26.06.2011
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Sehen und gesehen werden
Mal abgesehen von der früher war alles besser Theorie, der ich teilweise eventuell auch zustimmen würde, würde ich mal behaupten, dass der "sehen und gesehen werden"-Aspekt definitiv auch im Logo bzw. Planet eine Rolle gespielt hat.
Klar gehen die Leute nicht in einen Club "nur" um gute Musik zu hören. Vielmehr erlebt man im Club neben der Dynamik der Musik, die vor Ort am besten von Schallplatte vorgetragen wird auch einen Hauch Nachtleben, der im Gegensatz zu manch einem Alltag einen aus der täglichen Routine rausholen kann. Ich persönlich meide zum Beispiel bestimmte Clubs aufgrund ihrer Atmosphäre, auch wenn sie ein Hammer Booking an den Tag legen. Es ist meiner Meinung nach ein Gesamtpaket.
Was ich allerdings heutzutage viel schwieriger finde, ist es Menschen allein mit Musik zu überraschen und zu begeistern. Über zahlreiche Podcasts und Dj-Mix-Portale, bekommt man auch Musik serviert, die man früher eher im Club entdeckt hat. So mutiert der Club in manchen Fällen zum Live-Podcast. Es kann also durchaus sein, dass Musik nicht für alle Dreh- und Angelpunkt des Weggehens ist. Ich würde aber trotzdem differenzieren. Sonst wären die Gast-Djs über die wir uns jedes Mal freuen mehr oder weniger überflüssig und die Veranstaltung würde vom Hype leben. Und wenn ich ehrlich bin, glaube ich nicht, dass der für einen schönen Abend reichen würde!
Aber nu, was ich trotzdem nochmal erwähnen wollte. Ich war letztens auf der Logo Revival Party und hab wirklich eine Atmosphäre und Musik-Affinität der Gäste erlebt, die ich lange nicht mehr gesehen hatte. Auch wenn mich die Musikrichtung nicht direkt anspricht, war ich von diesem Abend sehr begeistert und kann mir seitdem vorstellen, wie es früher im Logo zur Sache ging!
Ich freue mich auf die nächste!