Das Unmögliche geschafft - Welheimer Mark

Der Anfang sah nicht glücklich aus im Welheimer Mark. In den 50er Jahren wurden hier einige Häuser für die Zechenarbeiter zwischen der Kokerei und dem Rhein-Herne-Kanal gebaut. Noch heute ist dies der kleinste Stadtteil in Bottrop.

Schnell jedoch wurde das Quartier abgelehnt. Erst drohte es im Schlamm zu versinken, als Abwässer der nicht kanalisierten Straßen überliefen. 1968 gab es hier die zweit höchsten Immissionsbelastungen in Deutschland, die bis 1991 anhielten. Kein guter Start. 

Welheimer Mark liegt im Südosten Bottrops und hat heute 1.200 Bewohner, überwiegend Migranten und Senioren.

Grundlegende Erneuerung

Mittlerweile hat die Wohnungsgesellschaft ein neues Wohnkonzept realisiert. Einige der Häuser wurden abgerissen und durch zeitgemäße Wohneinheiten ersetzt, spezielle Seniorenwohnungen sind modern ausgestaltet. Weitere Neubaumaßnahmen sind geplant, die den Stadtteil vergrößern.

Unter Beteiligung der Anwohner wurde zudem der gesamte Stadtteil umgestaltet - insbesondere durch ein gutes nachbarschaftliches Miteinander. Mittelpunkt des Lebens ist die Grundschule, deren Aula für unterschiedliche gemeinsame Veranstaltungen genutzt wird.

Das Stadtteilfest wird von den Vereinen, den Kirchengemeinden und türkischen Anwohnern ausgerichtet. Welheimer Mark hat einen dörflichen Charakter mitten in der Stadt ausgebildet.

Ökologischer Ausbau

Das Quartier ist Teil der entstehenden Emscheraue und beteiligt an der ökologischen Sanierung. So werden Wasserauen an der Boye angelegt, die das Regenwasser der Siedlung aufnehmen. Es fließt durch ein Mulden-Rigolen-System zu den Rückhalteflächen. Mehr als 50 Prozent des Wassers gelangen schon jetzt nicht mehr in die Kanalisation.

Die Emscheraue wiederum entwickelt sich zu einem fruchtbaren Feuchtgebiet für Pflanzen und Tiere. Im Norden von Welheimer Mark wird das Gehölz zu einem 'Zauberwald' weiter wachsen, den man durchwandern oder -radeln kann. So wird aus einem gemiedenen Ort eine lebenswerte Wohnumgebung.

Größtes Klärwerk Europas
Die unmittelbare Nähe zum Klärwerk scheint die Lebensqualität nicht mehr zu mindern. Sie gehört mittlerweile zu den modernsten und geruchsärmsten Anlagen Europas - und ist Teil der Route der Industriekultur.

Vorbild der neuen Anlage war die Industriearchitektur de 20er Jahre, alte und neue Hochbauten bilden ein einheitliches Ensemble, deren Faultürme des Nachts blau ausgeleuchtet wird. Industrie, Wohnen und Natur werden vorsichtig miteinander harmonisiert.

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Fotos: (c) Stadt Bottrop

Di, 06.04.2010 0

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04.12.2009

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