David Hockney, Pearblossom Highway,1986; Collection of the artist

Das Istanbul Modern und die Gala-Night-Zensur

Ein Fall von Zensur brachte Künstler, Kuratoren und Unterstützer zusammen

Das Istanbul Modern Museum hat eine Gala-Nacht mit verschiedenen Künstlern durchgeführt, um in Form einer Auktion Spenden für die Bildungsprojekte des Museums zu sammeln. Die Künstler wurden vom Museum für moderne Kunst in Istanbul aufgefordert, an dieser speziellen Auktion teilzunehmen und durften sich daher glücklich oder auch unglücklich schätzen, da es sich ja um ein Projekt für wohltätige Zwecke handelte. Als es an der Zeit war, die Werke für den Auktionskatalog zu fotografieren, gab es mit einem von ihnen ein Problem.

 

Alles begann, als der Künstler Bubi Hayon vom Chef-Kurator des Museums Levent Clikoglu nicht zugelassen wurde. Bubi Hayons Werk war ein alt aussehender bronzefarbener Holzstuhl, der einem Thron ähnelte und auf dem ein Toilettensitz angebracht war. Die Kuratoren hielten dies "für nicht zum Konzept passend" und hatten seine Arbeit nicht für Auktion zugelassen.

Hayon hat daraufhin Telefonanrufe von Personen erhalten, die ihn überzeugen wollten, den Toilettensitz herunterzunehmen oder mit Papier oder Stoff zu umwickeln, um ihn kaufen zu können. Nachdem Bubi Hayon diese Neuigkeiten mittels Social Media verbreitete, begannen Künstler und Kuratoren, über Zensur und die Antwort des Museums zu diskutieren.

 

Rechtfertigen kommerzielle Interessen Zensur?

Die International Plastic Artists Association (UPSD) und die International Association of Art Critics (AICA) übermittelte eine schriftliche Erklärung, dass dies "keine Zensur" sei. Den Grund dafür sahen die Organisationen darin, dass der Künstler einen Vertrag mit dem Museum abschließe, wenn er an einer Auktion mit kommerziellem Hintergrund teilnehme und daher seine Rechte gemäß dem Vertrag gewahrt seien. Wahrscheinlich gab es in diesem Fall einen Vertrag, aber der sagte offensichtlich nicht viel über Zensur aus. Beide Organisationen ziehen es vor, nicht ihr Mitglied, sondern den Künstler zu schützen.

Zu einem späteren Zeitpunkt unterschrieben einige Künstler und Kuratoren ein Manifest zum Thema "Keine Zensur, weder bedingt noch für kommerzielle Zwecke". Leider kam keine Reaktion vom Museum - daher kam es zu einem zweiten schriftlichen Statement. Die Erklärung richtete sich gegen diejenigen, die das Manifest unterschrieben hatten und erinnerte einige daran, Stillschweigen zu wahren. Sie war eindeutig keine Reaktion auf die Geschehnisse sondern appellierte anderweitig an die Künstler und deren Verhalten.

So, 08.04.2012 0

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11.04.2011

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Istanbul
Brücke zwischen Europa und Asien, kosmopolitischer Grenzposten zwischen den Welten, integrativer Schmelztiegel der Kulturen: „Keine Stadt dieser Welt inspiriert stärker als Istanbul“, behaupteten die Verantwortlichen der Ruhr.2010 Kulturhauptstadtschwester selbstbewusst. Wer will da widersprechen?

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