Der Creative Innovation Summit Weimar war ein voller Erfolg. Das Team der THAK – der Thüringer Agentur für die Kreativwirtschaft - schaffte es in Sachen Innovation und Kreativwirtschaft an zwei Tagen die Créme de la Créme der internationalen Macher und Denker nach Weimar in die Neue Weimarhalle zu bringen. Den knapp 150 Teilnehmern wurde auf den hochkarätigen Panels mit den ausgewiesenen Experten sehr viel geboten. Es gab einiges zu staunen und viel für das eigene Business zu lernen.
Bauhaus des 21. Jahrhunderts bauen

Matthias Machnig | Wirtschaftsminister Thüringen
Weimar hat seit Jahrhunderten viel an Kultur zu bieten. Zur Eröffnung des Creative Innovation Summits wies der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Technologie des Freistaats Thüringen Matthias Machnig besonders darauf hin, dass Weimar die Wiege des Bauhaus ist. Das Bauhaus war einer der ersten überzeugenden Ansätze, Design und Handwerk nicht nur mit Architektur und Baukunst gleichzusetzen, sondern daraus einen sozialen Anspruch zu formulieren. Knapp 100 Jahre später lassen sich Design Thinking und Social Design nicht mehr aus der Geschäftswelt der 
Kongressteilnehmer in der Neuen Weimarhalle
weltweit führenden Unternehmen wegdenken. Natürlich ist Weimar auch heute noch ein Ort, aus dem kreative Ideen kommen. Der Weg zu einem neuen Bauhaus ist aber noch lang. Der Wille des Freistaats Thüringen, das nachhaltig zu ändern, ist aber enorm stark und es ist dieser sympathischen Stadt sehr zu wünschen, dass es hier und in den anderen Zentren Thüringens auch gelingt.
Den momentanen Hype auf der einen und die geschaffenen Institutionen rund um die Kultur- und Kreativwirtschaft auf der anderen Seite will das Land Thüringen gezielt nutzen, 
Dirk Kiefer | Leiter THAK
um sich im bundes- und europaweiten Vergleich zu etablieren. Das tut man in Thüringen seit Jahresbeghinn mit der Thüringer Agentur für die Kreativwirtschaft (THAK). Der Weimarer Creative Innovation Summit stellte jetzt die enorme Qualität dieser exzellenten Initiative des Freistaats unter Beweis. Nicht nur die Sprecher auf dem Kongress waren von Weimar begeistert, der Summit zeigte auch auf, wie man junge Unternehmen und zukunftsweisende Ideen und Technologien in Thüringen heute hoch kompetent zu ihrem Erfolg begleitet.
Mobile Online First

Screenshot | Präsentation Stephan Schambach
Ein schlagendes Beispiel für jemanden, der es geschafft hat, aus dem jungen Tech Startup börsennotierte Unternehmen zu machen, ist sicherlich Stephan Schambach. 1992 gründete er die Intershop Communications GmbH in Jena und trug einer der ersten E-Commerce Softwareanbieter bis hoch hinaus an die Nasdaq. Trotz der folgenden Dotcom Blase schaffte er es mit seiner neuesten Firma Demandware gerade wieder bis nach ganz oben zur Börsennotierung. Sein Mietsoftwaregeschäft Demandware hat namhafteste Marken als Kunden. 
Stephan Schambach | Executive Chairman und Gründer Demandware
Auch Intershop gibt es bis heute, wenn auch ohne Schambach, der jetzt in Boston lebt. In den USA ist die Bereitschaft, Risikokapital zu investieren, einfach höher.
Schambach prophezeit, dass in ein paar Jahren niemand mehr einen PC oder Laptop benutzen wird. Und er empfiehlt den Unternehmen, heute den anderen Weg zu gehen. Baut man sein Geschäft zuerst mit günstigen Mitteln als Onlineshop auf, ist man später bei großem unternehmerischen Erfolg in der komfortablen Lage, sich mit Geschäften im Einzelhandel niederzulassen.
Creating Value - Kreativität als Quelle fürs Business

Screenshot | Panel: Creating Value
Noch immer wird versucht, Kultur- und Kreativwirtschaft als etwas ganz Neues zu verkaufen. Wir befinden uns aber mittlerweile inmitten einer tiefgreifenden Transformation der Unternehmenskultur aller existierenden traditionellen Industrien. Für Hasan Bakhshi von Nesta ist die Sache ganz klar: Kreative machen auch die alte Industrie selbst kreativ. Der Spill Over Effekt ist längst da. Kein Unternehmen kann heute mehr auf Open Innovation verzichten, wenn es konkurrenzfähig bleiben will. Dennoch sind es z.B. in Großbritannien zahlenmäßig die alten Förderer der Kultur- und Kreativarbeit, die die innovativen Kreativen heute absichern. Das muss sich ändern. Und es fällt der Regierung schwer außerhalb des Creative Hubs London im eigenen Land neue Hotspots der Kr
Hasan Bakhshi | Direktor Kreativwirtschaft Nesta
eativwirtschaft zu verankern. Das klappt bisweilen ganz gut in Englands Südwesten und in Manchester. Gemessen an dem möglichen Profit ist das aber noch viel zu wenig. Für die Situation der Städte im Freistaat Thüringen gilt ähnliches. Da ist die Politik gefordert und die Politik nimmt das jetzt auch umfangreich an. Risikokapital muss geschaffen und vermittelt werden, um Unternehmen zu starten. Das unterstützt übrigens auch ausdrücklich Wirtschaftsminister Machnig. Am Ende muss ein reicher Nährboden für die heute noch oftmals belächelte Kreativwirtschaft geschaffen sein, der ihr zur gebührenden Geltung verhilft. Das heißt die Unternehmen im Land müssen umgedacht haben und sich den neuen Geschäftsideen öffnen. Eine weitere Herausforderung 
Teilnehmer und Videoberichterstattung vom Summit
besteht darin, die ländlichen Strukturen und Gebiete nicht abzuhängen. Gerade das Internet bietet exzellente Vernetzungsmöglichkeiten bis in den tiefsten Winkel des Thüringer Waldes hinein. Und der Wald an sich hat einen unschlagbaren Erholungsfaktor zu bieten. Morgen werden wir dort arbeiten, wo wir am liebsten sein mögen. Auch das machte der Creative Innovation Summit klar. Die Innovationen müssen nicht mehr unbedingt in Zentren entstehen, entscheidend ist der Zusammenschluss der kreativen Köpfe, die sie erzeugen.
Den zweiten Teil des Berichts vom Creative Innovation Summit aus Weimar lesen Sie hier.
alle Photos: © Boris Alexander Knop