
Carsharing - Neue Mobilitätskonzepte (Teil 2)
In der Hauptstadt, Hamburg und München sieht es schon anders aus als im Ruhrgebiet. Carsharing gibt es nahezu ubiquitär, auch wenn die heutigen Nutzer der alternativen Konzepte Termine noch gut planen und teils weite Wege gehen müssen.
Diese Opfer fallen nur Menschen mit hohem Umweltbewusstsein, seltener Autonutzung oder schmalem Geldbeutel leicht. Den Mainstream erreicht das nur langsam – eine größere kritische Masse an Autos und Stationen ist hier wie dort nötig. Die finale Aufgabe, sich schließlich online über Schnittstellen wie Smartphone-Apps oder Web-Portale für Ortung, Reservierung und Bezahlung zu koordinieren ist eine vergleichbar geringe Hürde. „Der Gebrauch aller vernetzten Systeme muss ein Nutzen ohne Nachdenken werden“, fordert Weert Canzler vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. „So einfach, als ob man in seinen Privatwagen einsteigt“.

Einer der besten Gründe dafür, sich mit anderen den Wagen zu teilen: Ein Carsharing-Auto ersetzt sieben Privatwagen. Die Vollendung der neuen mobilen Welt bieten schließlich Anbieter, die ihre Elektroautoflotte nur mit Ökostrom betanken. Greenpeace und Cambio offerieren in Hamburg seit März zwei regenerativ-elektrisch betriebene Mitsubishi i-MiEV. Doch werden Elektroautos im Carsharing eine größere Rolle als im Privatverkehr spielen? Ja, meint Soziologe Canzler. Er sieht das Elektroauto aufgrund seiner hohen Kosten nicht vorrangig als Privatgut, sondern als „Element eines umfassenden intermodalen Verkehrsangebots“, dessen hohe Kosten sich über Flottenmodelle auf ein Maximum an Nutzern verteilen.

Man darf eine Prognose wagen: In zehn Jahren werden die intermodalen Anbieter ihre Systeme entsprechend verknüpft haben. Vorerst wird die Euphorie aber aufgrund der noch fehlenden kritischen Massen der Carsharing-Flotten abflauen. Fest steht: Noch kein Konzept kann selbst in Großstädten annähernd die Flexibilität des eigenen Autos bieten. Und der ländliche Raum spielt in keinem System eine Rolle. Übrigens: Die neuen Mobilitätskonzepte wären das ideale Feld für eine Förderung über den Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität der Bundesregierung. Anstelle von Herstellersubventionen für Forschung und Weiterentwicklung von Technologien würde unterstützt, wovon die Allgemeinheit auf direktem Wege profitiert – eine neue Philosophie der Mobilität.
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Diese Opfer fallen nur Menschen mit hohem Umweltbewusstsein, seltener Autonutzung oder schmalem Geldbeutel leicht. Den Mainstream erreicht das nur langsam – eine größere kritische Masse an Autos und Stationen ist hier wie dort nötig. Die finale Aufgabe, sich schließlich online über Schnittstellen wie Smartphone-Apps oder Web-Portale für Ortung, Reservierung und Bezahlung zu koordinieren ist eine vergleichbar geringe Hürde. „Der Gebrauch aller vernetzten Systeme muss ein Nutzen ohne Nachdenken werden“, fordert Weert Canzler vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. „So einfach, als ob man in seinen Privatwagen einsteigt“.

DB Call a bike. Foto: DB
Aus sieben mach eins
Einer der besten Gründe dafür, sich mit anderen den Wagen zu teilen: Ein Carsharing-Auto ersetzt sieben Privatwagen. Die Vollendung der neuen mobilen Welt bieten schließlich Anbieter, die ihre Elektroautoflotte nur mit Ökostrom betanken. Greenpeace und Cambio offerieren in Hamburg seit März zwei regenerativ-elektrisch betriebene Mitsubishi i-MiEV. Doch werden Elektroautos im Carsharing eine größere Rolle als im Privatverkehr spielen? Ja, meint Soziologe Canzler. Er sieht das Elektroauto aufgrund seiner hohen Kosten nicht vorrangig als Privatgut, sondern als „Element eines umfassenden intermodalen Verkehrsangebots“, dessen hohe Kosten sich über Flottenmodelle auf ein Maximum an Nutzern verteilen.

Greenpeace liefert den Ökostrom, Cambio das Auto. Foto: Greenpeace
Ländlicher Raum spielt (noch) keine Rolle
Man darf eine Prognose wagen: In zehn Jahren werden die intermodalen Anbieter ihre Systeme entsprechend verknüpft haben. Vorerst wird die Euphorie aber aufgrund der noch fehlenden kritischen Massen der Carsharing-Flotten abflauen. Fest steht: Noch kein Konzept kann selbst in Großstädten annähernd die Flexibilität des eigenen Autos bieten. Und der ländliche Raum spielt in keinem System eine Rolle. Übrigens: Die neuen Mobilitätskonzepte wären das ideale Feld für eine Förderung über den Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität der Bundesregierung. Anstelle von Herstellersubventionen für Forschung und Weiterentwicklung von Technologien würde unterstützt, wovon die Allgemeinheit auf direktem Wege profitiert – eine neue Philosophie der Mobilität.
Foto oben: DriveNow
Foto 1: DB Call a bike. Foto: DB
Foto 2: Foto: Greenpeace
Foto 1: DB Call a bike. Foto: DB
Foto 2: Foto: Greenpeace
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Mi, 20.07.2011
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02.05.2010 - 14:39
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