
Carlo Ratti
Digitales Denken wird Kulturtechnik
Längst haben wir uns an die Ausrufung digitaler Revolutionen gewöhnt - die erste digitale Revolution war durch ständige neue Endgeräte gekennzeichnet: Vom Fernseher bis zu Apps und nun Mobile Media; die zweite Revolution war und ist unzweifelhaft die Veränderung unserer sozialen Welt durch das Internet - Web2.0, Facebook und vieles mehr.
Nun zeigt Carlo Ratti am MIT was passiert, wenn man die reale Welt digital sieht und aus der Digitalisierung neuen reale Welten schafft: Es entstehen neue Architekturen und Häuser, neue Kunst, aber auch ein neuer Umgang mit Abfall, Umwelt und Stadt. Es heißt nicht mehr "go digital"; es heißt "go real".
Von allem etwas
Ist dies nun eine interdisziplinäre Forschung, ist es transmediale Kunst - Kunst, in allen Medien und Bereichen der Gesellschaft, oder ist es nicht doch gleich integrative Stadtentwicklung?
Zweifelsohne ist es von allem etwas - doch das macht das Verständnis dieser Herangehensweise, dieser neuen Methodik nicht leichter greifbar. Es irritiert umso mehr, da man sofort spürt: So könnte eine neue Zukunft unserer Städte, unseres Verkehrs, unserer Kunst und Kultur entstehen - gerade wenn man auch die Grüne Revolution bedenkt.
Digitales Denken wird Kulturtechnik
Carlo Rattis digitale Revolution könnte die Verteilung von Windkraftwerken genauso neu erfinden wie Kunst digital in den realen Alltag einführen. Digital denken wird zu einer Kulturtechnik, die unsere "reale Welt" in neuer Dimension gestalten wird.
Hier verbindet sich Wissenschaft und Kunst, Stadtentwicklung und Technologie auf neue Weise - zweifelsohne ein Treiber für Wandel. Die Alltagstauglichkeit muss sich freilich noch beweisen - MIT Projekte und alltägliche Stadtpolitik liegen Welten auseinander. Doch man kann ja voneinander lernen.
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