Bürgerinitiativengenerator (BIG)

KünstlerInnen: Dr. Fahimi

Projektbeschreibung
Der Bürgerinitiativengenerator (BIG) ist eine Performance, die jeden beliebigen Besucher oder Passanten innerhalb von 30 Minuten mit einer Bewegung zu einer politischen Idee seiner Wahl ausstattet. Der BIG generiert: ein Programm mit den grundlegenden Forderungen, eine Strategie für die politische Umsetzung, einen Slogan und ein Logo, Werbematerial, Banner, Poster, eine Webseite, eine Gruppe von Unterstützern sowie eine Spontandemonstration.

Ablauf

Zwei Hostessen laden Passanten dazu ein, am BIG teilzunehmen und eine politische Idee oder Forderung vorzustellen. Die Teilnehmer durchlaufen dann fünf Stationen, während derer das BIG-Team die Idee zu einer kompletten Bewegung formiert.

Station 1: Evaluation & Strategie
In einer good cop/bad cop-Situation, überprüfen die BIG-Experten die Idee auf ihr Potential für eine politische Kampagne. Gemeinsam mit dem Teilnehmer entwickeln sie eine allgemeine Strategie.

Station 2: Programm & Slogan
Eine Antragsschreiberin aus dem BIG-Team entwirft ein Basisprogramm für die neue Bewegung, das die zentralen Anliegen nennt. Diese werden dann von einer PR-Texterin zu Slogans und Schlachtrufen kondensiert.

Station 3: Logo & P

 

romotion
Zwei künstlerisch geschulte BIG-Bastler entwerfen ein Logo und stellen Material für PR und Demonstrationen her: Buttons, Banner, Poster.

Station 4: New Media Outreach
Innerhalb des vorprogrammierten BIG-Wiki erstellt ein Programmierer eine Websiete für die Bewegung. Social media tools wie Twitter und Facebook werden eingebunden.

Station 5: Demonstration
Mit einer Demonstration  wird die neue Bewegung der Öffentlichkeit übergeben. Die Teilnehmer werden vor Ort von den Hostessen rekrutiert. Sie erhalten Schlachtrufe und das an Station 3 hergestellte PR-Material. Während der Demonstration sammeln sie Unterschriften und Email-Adressen möglicher Unterstützer, um das Fortbestehen der Bewegung über den BIG hinaus zu ermöglichen.

 

Bei einem ersten beta-Test des BIG am 1. Mai 2011 am Kottbusser Tor in Berlin wurden die folgenden Initiativen generiert:

You are many
Zeig Profil
Kiel ist Deutschland – Privatisierung stoppen
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit
vs. bureaucratic territorial restrictions
Wasser, Wind, Licht, Atom nicht
Globalize Trade Unions
Gallery Weekend entern
Rollator-Wege für X-Berg
Emissionssiegel für Flugobst
Soldaten sind auch Bürger
Bild dir deinen Aufsichtsrat
Stadtschloss für alle und alles
Grünes Berlin - Dachgärten für alle
Kunst studieren – umsonst inspirieren

 

Das Video zum BIG 


Über die KünstlerInnen
In der Theorie- und Praxisgemeinschaft Dr. Fahimi arbeiten seit Frühjahr 2009 acht Freischaffende aus Kunst, Theater, Film und Literatur. Die ehemalige Arztpraxis im Zentrum Kreuzberg ist Arbeits- und Projektraum der Praxis-Mitglieder und ihrer gemeinsamen Aktivitäten. Die aus dem wechselseitigen Austausch und der Präsenz am Kottbusser Tor gewonnenen Impulse werden regelmäßig in Form von künstlerischen Projekten an die Umgebung zurückgespielt. Im August 2010 kuratierten die Mitglieder gemeinsam das Fenster-Front-Festival, bei dem die zur Straße weisenden Fenster der Praxis mit ortsspezifischen Installationen, Performances und Filmen bespielt wurden. Seit 2011 entwickeln sie gemeinsam den Bürgerinitiativengenerator.

BIG-Team beim hier dokumentierten beta-Test am 1. Mai 2011, Kottbusser Tor, Berlin

Aktivierung: Maebh Cheasty, Corinne Halter, Jane Hughes, Magda Korsinsky
Evaluation und Strategie: Stig Aagaard, Jean-Michel Berg, Florian Kessler
Programm und Slogan: Anne Levy, Wilma Renfordt
Logo und Promotion: Ingo Gerken, Surya Gied
Demonstration: Corinne Halter
Video: Jovan Arsenic, Angelo Wemmje
Photos: Malte Jäger



Über been out, vol. 1
been out, vol. 1 ist ein spartenübergreifendes Ausstellungslabor für junge Gegenwartskunst und künstlerische Innovationen aus den Bereichen zeitgenössischer Kunst, Medienkunst, digitaler und Gegenwartskultur. In Zeiten von Crossmedia und viralem Marketing fragt been out, vol. 1, organisiert von Bohème Précaire in Kooperation mit 2010LAB.tv, danach, wie die Kunst der „Digital Natives“ aussieht. Wie reflektiert Kunst dieses kulturelle Phänomen, wie arbeitet sie mit ihm, geht sie mit ihm um, reagiert sie?

Aufbrechen, die Perspektive wechseln, nach draußen gehen – been out, vol. 1 – das 3. Bohème Précaire-Festival für junge Gegenwartskunst – bedeutet:
Bewegung. Weg vom elitären Kunstbegriff, hinein in den Stadtraum. Gemeinsam mit den KünstlerInnen unternimmt "been out, vol. 1" den Versuch, eine neue Art von interdisziplinärem Wissen durch Austausch und kollaboratives Arbeiten zu erschaffen, neue Positionen zeitgenössischer Kunst vorzustellen, zukünftige Projekte zu konzipieren und sie umzusetzen. Im Mittelpunkt des Calls steht die Auseinandersetzung von künstlerischen Strategien mit öffentlichen, urbanen Räumen.


kunst.labor ist die Online Galerie von been out, vol. 1.
Weitere Informationen: www.bohemeprecaire.com
Und: www.facebook/beenout
 

Sa, 26.11.2011 1

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29.11.2009

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