
Breite Solidarität für das "alte" FZW: Four Artists springt ab - UZDO vergreift sich im Ton
- Serie: Ruhr Music
Welche Künstler auch immer im nächsten Jahr im Dortmunder FZW auftreten werden, über ein ordentliches Catering müssen sie sich dann wahrscheinlich keine Sorgen machen (außer sie mögen kein Radeberger, aber diese Randbemerkung steht nun wieder auf einem anderen Bierdeckel).
Denn anscheinend ist es nur noch eine Frage der Zeit, ehe die panUrama (mit Betonung auf dem großen U) GmbH als neuer Pächter des Freizeitzentrums West offiziell verkündet wird.
Eben jene Firma, die wie es der glückliche Zufall so will, bereits für die gesamte Gastronomie im benachbarten Dortmunder U zuständig ist und dort ab Dezember mit der Ruby-Bar im Erdgeschoss und dem VIEW-Restaurant unter dem Dach inklusive Hipster-Event-Party-Angebot zwei ganz heiße Eisen im Feuer hat.
Sollte panUrama nun tatsächlich den Zuschlag für das FZW bekommen, wäre das von Seiten des Stadtrats nur eine angemessene Geste der Entschuldigung dafür, dass das Ruby nach seiner Ersteröffnung im Sommer nach kurzer Zeit wieder schließen musste, weil sich der Fertigstellungsprozess des Gesamtkomplexes Dortmunder U immer weiter verzögerte.
Während die derzeitigen Freien Mitarbeiter des FZW, die sich wohl allesamt für das neue Jahr einen neues Tätigkeitsfeld suchen müssen, jüngst zu einem denn doch reichlich späten Zeitpunkt in Form eines Offenen Briefs an den Rat der Stadt ihrem Ärger in konzentrierter Form Luft verschafften, ereilt sie aus der Musik- und örtlichen Kulturszene eine breite Front der Solidarität.
Markus Wiluda (eldoradio) spricht von einem "popkulturellen Super-GAU".
Alex Richter aus dem Hause Four Artists Booking hält fest:
"Die Four Artists Künstler wie Die Fantastischen Vier, Blumentopf, Max Herre, Delle, Culcha Candela haben sich mehr als wohl bei Ihnen gefühlt und waren begeistert von der professionellen Betreuung. Gerne würden diese und andere Künstler wieder im FZW 2011 gastieren, aber unter den neuen Gegebenheiten kann ich das ausschließen."
Bei der Konzertagentur von Marek Lieberberg meint Matt Schwarz gar vom kompletten Aus des Standorts zu wissen:
"Mit einer Schließung des Dortmunder FZWs werden aufgrund fehlender Alternativen im Revier deutlich weniger Clubkonzerte stattfinden was ich sehr bedauern würde."
Bei aller Verbundenheit mit den Freien Mitarbeitern, aber so was von vollkommen daneben ist die Wortwahl der Dortmunder Initiative für ein Unabhängiges Zentrum (UZDO):
"Die Initiative UZDO solidarisiert sich mit dem Anliegen des FZW und wird sich im Kampf GEGEN reinrassig unternehmerische Konzepte und FÜR selbstverwaltete Räume verbünden."
Ohne Frage nachvollziehbar, dass vielen die Entwicklung rund um das FZW nicht schmeckt. Aber wer sich so massiv im Ton vergreift, bringt sich selbst in Teufels Küche.
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Denn anscheinend ist es nur noch eine Frage der Zeit, ehe die panUrama (mit Betonung auf dem großen U) GmbH als neuer Pächter des Freizeitzentrums West offiziell verkündet wird.
Eben jene Firma, die wie es der glückliche Zufall so will, bereits für die gesamte Gastronomie im benachbarten Dortmunder U zuständig ist und dort ab Dezember mit der Ruby-Bar im Erdgeschoss und dem VIEW-Restaurant unter dem Dach inklusive Hipster-Event-Party-Angebot zwei ganz heiße Eisen im Feuer hat.
Sollte panUrama nun tatsächlich den Zuschlag für das FZW bekommen, wäre das von Seiten des Stadtrats nur eine angemessene Geste der Entschuldigung dafür, dass das Ruby nach seiner Ersteröffnung im Sommer nach kurzer Zeit wieder schließen musste, weil sich der Fertigstellungsprozess des Gesamtkomplexes Dortmunder U immer weiter verzögerte.
Während die derzeitigen Freien Mitarbeiter des FZW, die sich wohl allesamt für das neue Jahr einen neues Tätigkeitsfeld suchen müssen, jüngst zu einem denn doch reichlich späten Zeitpunkt in Form eines Offenen Briefs an den Rat der Stadt ihrem Ärger in konzentrierter Form Luft verschafften, ereilt sie aus der Musik- und örtlichen Kulturszene eine breite Front der Solidarität.
Markus Wiluda (eldoradio) spricht von einem "popkulturellen Super-GAU".
Alex Richter aus dem Hause Four Artists Booking hält fest:
"Die Four Artists Künstler wie Die Fantastischen Vier, Blumentopf, Max Herre, Delle, Culcha Candela haben sich mehr als wohl bei Ihnen gefühlt und waren begeistert von der professionellen Betreuung. Gerne würden diese und andere Künstler wieder im FZW 2011 gastieren, aber unter den neuen Gegebenheiten kann ich das ausschließen."
Bei der Konzertagentur von Marek Lieberberg meint Matt Schwarz gar vom kompletten Aus des Standorts zu wissen:
"Mit einer Schließung des Dortmunder FZWs werden aufgrund fehlender Alternativen im Revier deutlich weniger Clubkonzerte stattfinden was ich sehr bedauern würde."
Bei aller Verbundenheit mit den Freien Mitarbeitern, aber so was von vollkommen daneben ist die Wortwahl der Dortmunder Initiative für ein Unabhängiges Zentrum (UZDO):
"Die Initiative UZDO solidarisiert sich mit dem Anliegen des FZW und wird sich im Kampf GEGEN reinrassig unternehmerische Konzepte und FÜR selbstverwaltete Räume verbünden."
Ohne Frage nachvollziehbar, dass vielen die Entwicklung rund um das FZW nicht schmeckt. Aber wer sich so massiv im Ton vergreift, bringt sich selbst in Teufels Küche.
Teaserfoto: Michael Blatt
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Fr, 19.11.2010
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Thema
Stadt
Mehr als 5 Millionen Einwohner erleben zurzeit, wie ihr postindustrielles Ruhrgebiet im Westen Deutschlands sich zum spannenden europäischen „place to be“ wandelt. Eine werdende Metropole im Selbstfindungsprozess nach der Kulturhauptstadt 2010. Besondere Kennzeichen: Industriekultur als Teil des kollektiven Gedächtnisses – und als inszeniertes Massenereignis.
Branche
Aktuelle Tweets






























Update
Zum Ratsbeschluss pro panurama und der Ankündigung von Hoppe, dass man viele Mitarbeiter übernehmen wolle: http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/Weichen-fuers-Dortmunder-FZW-si...
Das Kind
Werte(r) U.,
exakt mich stört im genannten Zusammenhang die Verwendung der Vokabel "reinrassig". Dass dieser Begriff in der Regel zunächst anders assoziiert wird, als in ihrem herbeizitierten Bsp. wissen Sie so gut wie ich.
Etwaige Dackelzuchtschauen, in dessen Kontext ich die Heranziehung des Worts nachvollziehen könnte, m.W. gestern, heute und morgen nicht Bestandteil des FZW-Programms.
Dass ich nicht ausführlicher auf den Beitrag des UZDO zum FZW eingegangen, liegt schlicht daran, dass nicht UZDO primärer Gegenstand des Artikels ist, sondern das FZW.
Aber wenn Sie den Begriff UZDO in die Suchmaske des LAB eingeben, finden Sie eine Reihe Artikel zur Initiative, übrigens in erster Linie von mir verfasst.
Zu: "Bei aller Verbundenheit
Zu:
"Bei aller Verbundenheit mit den Freien Mitarbeitern, aber so was von vollkommen daneben ist die Wortwahl der Dortmunder Initiative für ein Unabhängiges Zentrum (UZDO):
"Die Initiative UZDO solidarisiert sich mit dem Anliegen des FZW und wird sich im Kampf GEGEN reinrassig unternehmerische Konzepte und FÜR selbstverwaltete Räume verbünden."
Ohne Frage nachvollziehbar, dass vielen die Entwicklung rund um das FZW nicht schmeckt. Aber wer sich so massiv im Ton vergreift, bringt sich selbst in Teufels Küche."
Lieber Herr Blatt,
in teufels Küche haben uns ([off]kultur affine Dortmunder/Ruhrpöttler) jawohl schon lange andere gebracht. Was genau stört Sie an der UZDO Aussage? Ganz nebenbei bemerkt gibt der Komentar auf http://uzdortmund.blogsport.de/2010/11/19/fzw-soli/ jawohl ein bischen mehr her als die von Ihnen hier ausgewählte Passage.
Mir wäre es aufjedenfall um längen lieber das die >wirklichen< FZW Macher_innen (ich hatte schon mal das Vergnügen mit selbigen zusammen arbeiten zu dürfen) was selbstverwaltetes Aufziehen als dieses abartige geklüngel, was da aktuell von Seiten der Stadt aus, abgezogen wird weiter mit ansehen zu müssen!
Ein FZW für das wofür es steht in ein großes UZDO Konstruckt implementiert (oder auch in Kooperation), ja da würd ich wohl feiern. Da würd ich sogar selber was für besetzen gehen.
Oder den FZWlerinnen Ihr Equipment honschleppen, selbst zu Fuß und mit gefesselten Händen...
Denken Sie etwa ernsthaft das sich nicht jeder der vorher genannten (Wiluda, Richter & Lieberberg) nicht auch gerne radikaler geäußert hätte wenn Sie den können würden? UZDO kann offensichtlich, Unbequem(ZDO) halt.
Und defacto soll es doch ein "reinrassig unternehmerisches Konzept" werden!
Was stört Sie daran wenn man das Kind beim Namen nennt?
Hängts am reinrassig?
Ich empfehle:" http://de.thefreedictionary.com/reinrassig "2. (umg.) für seine Art typisch" "
Stimmt, das geht natürlich garnicht.
ich bitte dich
Bei aller Abneigung, die Formulierung "reinrassig unternehmerische Konzepte" geht mal gar nicht.
wut vs. worte
wer bei diesem ausverkauf nicht wütend wird, beweist lediglich, dass er die letzten 40 jahre - und die institution FZW - in dortmund nicht verstanden hat. wie man diesen abverkauf jetzt nennt, ist doch egal. der punkt ist, dass er binnen wochen stattfindet. das kann nicht sein.