Besondere Erlebnisse bei Nacht - Lichtkunst

Lichtgestaltung gehört selbstverständlich zum öffentlichen Leben. Nicht nur die Weihnachtsbeleuchtung muss sein, auch Lichtereignisse zu besonderen Festen in Städten oder Parks sind wahre Hingucker. Lichter der Nacht richten den Blick jedoch auf besondere Stellen und Orte, die bei Tageslicht kaum auffallen. Diese Lichtkunst ist eine konsequente Abwendung von der normierten Straßenbeleuchtung.

So entsteht in Herbede etwa am Kemnader See der Regenbogenboulevard, der seinen Charme erst in der Dunkelheit entfaltet. Die Zufahrtstraße nach Herbede führt über die Omega-Brücke in die Stadt. Hier realisiert der Lichtkünstler Thomas Haagen auf der südwestlichen Seite sein Konzept.
 

Eintauchen in Licht und Farbe

Zu sehen ist ein regelmäßiger Farbablauf in unterschiedlichen Tönen. Ein fließendes, in Linien sich verflüchtigendes Erlebnis, dem sich niemand entziehen kann. Die Brücke wird durchfahren oder durchlaufen - jeder ist mittendrin. Gleichzeitig ist das Licht eingebunden in die Landschaft, eine ruhige Verbundenheit.

Thomas Haagen arbeitet schon lange mit den Möglichkeiten, die Licht bietet. So findet man den 'Vorgänger' des Boulevards in Dortmund, in der Nähe der DASA. Diese Regenbogenbrücke gehört zu den ältesten Lichtprojekten im Ruhrgebiet.

Die Brücke für Radfahrer und Fußgänger wurde zunächst 1987 gestaltet. Nach Abriss und Neubau wurde hier LED eingesetzt und durch einen Handlauf ergänzt. Diese Lichtgestaltung wurde bereits im Guinessbuch der Rekorde erwähnt.

'Entdecker' der Lichtkunst im modernen Gewand in den 70er Jahren ist James Turrell, der zunächst unterirdische Installationen anlegte. Er verwandelte einen Vulkankegel in der Wüste von Arizona durch Einbau unterirdischer Räume, Stollen und Schächte in ein einzigartiges Licht-Gebäude.

James Turell versuchte von Anfang an, die Realität des Lichtes als kraftvolle Energie sichtbar zu machen, Seither sind viele international bedeutende - oder versteckte - Lichtkunst-Projekte entstanden, die die Bilder der Städte prägen. Eine Spurensuche lohnt sich. (mb)

Mi, 09.06.2010 1

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Kommentare

Besonders dunkle Erlebnisse ohne Anerkennung u. Gage

Danke für die erleuchtende Berichterstattung liebe Dr. Martina,

doch es gibt auch hier - wie immer wieder gern in Dortmund - einen fraktalen Haken: Die Verantwortlichen der Stadt Dortmund unterdrücken diese Lichtinstallation der frühen Jahre der Lichtkunst seit ich denken kann. Warum, bleibt mir bis heute ein verschlossenes Geheimnis. Aufrichtig ist hier in Dortmund der Umgang mit Aktivisten nie gewesen. Es wird versprochen und gebrochen, In Gesprächen werden Hoffnungen erzeugt und später kann und will man(n) sich nicht mehr erinnern. Es wird dann 'lästig', wenn sich tatsächlich jemand erdreistet und 'nachfragt' oder gar 'nachhakt', was denn bitte mit den Versprechungen und 'Hausaufgaben' der Politiker und Verwalter gemeint war: Pure Phantasie - aber von wem kam denn die?

Nein, da kann man als Krea(k)tiver nicht wirklich weiterkommen, und in eine Partei eintreten ist absolut tabu und wäre sowieso viel zu langwierig. Spontanität wird in Dortmund leider nicht akzeptiert. Stattdessen werden vermeintlich 'langfristige', 'nachhaltige' Ziele verfolgt, die so oft strategisch an der Realität vorbeilaufen, weil nutzlos verstrichene Zeit die Strategien überholt und überflüssig macht.

In Dortmund haste keine Chance wenn du 10 Jahre vorausdenkst. Bleib lieber auf dem Teppich und versuche, auf die Ebene einer 5-Jahres Planwirtschaft zu gelangen, dann hast du, wenn du jemanden kennst, sicher eine Chance auf Anerkennung...

Die 'Regenbogenbrücke' jedenfalls wurde von der Stadt Dortmund 1987 bekämpft, 1990 geduldet und 2009 kopiert - aber niemals 'honoriert'. Armes Deutschland vs Dortmund!

Über den Autor

04.12.2009

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