Bauhaus pur - Das Arzthaus Linsmann in der Dortmunder Nordstadt

Es ist unter Liebhabern der Bauhausarchitektur längst ein Kultobjekt: Das „Arzthaus Linsmann“ in der Gneisenaustraße.

Die architektonische Perle inmitten der Dortmunder Nordstadt wurde 1927 vom Architekten Dietrich Köster für die Arztfamilie Linsmann gebaut. Die Kosten für das Gebäude betrugen für die damalige Zeit schwindelerregende 92 000 Reichsmark - eine Summe, die sicherlich selten zu damaligen Zeiten für Häuser in dieser Kategorie verbaut wurde.

Ursprünglich war im Erdgeschoss die Praxis des Allgemeinmediziners untergebracht, die beiden oberen Etagen von der Familie und Angestellten bewohnt. Der Arzt war seinerzeit der einzig parktizierende Allgemeinmediziner in der Nordstadt; von daher waren durchaus auch die finanziellen Mittel und der Bedarf an großzügigen Praxisräumen vorhanden.

Den zweiten Weltkrieg hat das Haus nahezu unbeschadet überstanden; lediglich eine Brandbombe versuchte vergeblich, sich durch das Flachdach zu lodern. Fatal allerdings erwies sich die Idee, das extra für das Haus angefertigte Mobiliar aufs Land zu bringen, um es dort vor den Bombenteppichen in Sicherheit zu bringen: Ausgerechnet die Scheune, in der das Interieur gelagert war, bekam einen Treffer ab und das gesamte Mobiliar war rettungslos verloren.

1962 kam das Haus in den Besitz der Familie Tetzlaff, die sowohl die Praxis als auch das Wohnkonzept übernahm. Erst nach dem Tod des Arztes erfolgte 1993 der letzte große Umbau. Aus den Praxisräumen wurde eine Anliegerwohnung mit Gewerbeanteil, in der sich heute ein Geschäft für Naturbaustoffe befindet. Die beiden oberen Etagen wurden in zwei Wohneinheiten geteilt, von denen eine bis heute von der Witwe des Arztes bewohnt wird.

Der große Wermutstropfen für alle Bauhausfans: Da das seit 1989 unter Denkmalschutz stehen Gebäude privat bewohnt wird, ist eine Besichtigung ausgeschlossen. Ein Blick auf die Fassade allerdings lohnt allemal. Dagegen haben auch die Mieter nichts.

Mo, 19.04.2010 1

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Kommentare

Gruß an das Hafenviertel

Hallo Holger,
auch meine Mutter hat keine Einwände gegen eine Besichtigung des Gebäudes.
Lieben Gruß
die Tochter
p.s.
ansonsten schöne Fotos und netter Bericht, danke

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24.02.2010

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