Urgel cinema. (C) Anna Bonet

Barcelonas neues Phänomen

Wie man einem alten Lokal-Kino mit Klassikern aus den 1980er und 1990er Jahren neues Leben einhaucht

Möchten wir nicht alle mal wieder Filme auf der Großleinwand anschauen, mit denen wir aufgewachsen sind, wie z.B. Spielbergs „The Goonies, „E.T.“ oder „Jaws“? In Barcelona ist das seit kurzem im altbekannten Urgel Cinema möglich, seit der spanische Regisseur Nacho Cerdà („The Abandoned“, 2006) entschieden hat, dass er bis Ende des Jahres 2010 das Doppelprogramm wieder aufleben lassen möchte mit „Phenomena, The Ultimate Cinematic Experience“: Eine Filmreihe mit bekannten Filmen der 1980er und 1990er Jahre.

 

Das Programm hat im Dezember 2010 mit „Jaws“ und „Alien“ begonnen und sein durchschlagender Erfolg ermöglicht es, dieses kleine Privileg an Kino-Liebhaber, Nostalgiker und Beobachter sowie Personen, die einfach mal einen anderen Freitagabend erleben möchten, weiterzugeben. Bei „Phenomena“ ist alles erlaubt: Man darf sogar eigenes Bier und belegte Brote mitbringen und diese in der 20-minütigen Pause zwischen den beiden Filmen verzehren. Die Hauptidee dahinter liegt darin, sich in die Zeit der 1970er und 1980er zurückzuversetzen – daher ist ist Applaus genauso willkommen wie Buh-Rufe.

 

Das Urgel Cinema

Die Location könnte nicht besser sein: Das alte Filmhaus Urgel – eine der wenigen Einrichtungen, die den Aufstieg und den Durchmarsch der Multiscreen-Kinos im letzten Jahrzehnt überlebt haben. Dieser magische Ort war Barcelonas „großes Kino“ in den 1970ern (mit 1.832 Sitzplätzen für nur eine Großleinwand) und es ist so leicht, die Atmosphäre der eigenen Kindheit durch Betreten des riesigen Gebäudes, die Geräusche der Stufen und den alten Geruch im Inneren erneut zu fühlen.

 

Werke im Phenomena

Einmal im Monat konnten sich die Besucher bisher über Klassiker wie „Mad Max“, „Superman“, „Carrie“, „Piranha“, „Back to the Future“ oder „Ghostbusters“ freuen, inklusive Trailer aus derselben Zeit. Vergangene Woche war jedoch ein Höhepunkt für das "Phenomena“: Die Eintrittskarten für „The Goonies“ und „The Princess Bride“ waren in weniger als einer halben Stunde ausverkauft. Daher wurde das Event zweimal ausgeführt, um auch die Personen zufriedenzustellen, die keine Tickets mehr für die erste Show bekommen hatten.

In den letzten 15 Jahren sahen sich viele örtliche Kinos gezwungen zu schließen oder die Räumlichkeiten wurden umgebaut und von Multiscreen-Kinobetreibern ersetzt. Das Urgel Kino schuldet Nacho Cerdà für seine großartige Initiative große Dankbarkeit – sie sorgt dafür, dass das Kino am Leben bleibt und die guten alten Zeiten Kassenschlager wieder aufblühen lässt.

Do, 29.03.2012 0

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08.07.2011

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