
Art As Money Teil II
Wie man mit Kunst und Kultur Geld macht
Im Februar habe ich über die Veranstaltung Art as Money in Amsterdam berichtet, organisiert vom namhaften holländischen Künstler Dadara und Total in Support. Das wichtigste Thema war, wie Künstler in Zeiten von wirtschaftlichen Krisen und Kulturbudgetkürzungen (von denen Holland aktuell akut betroffen ist) Geld verdienen können. In diesem Artikel möchte ich einige dort vorgeschlagenen Lösungsansätze vorstellen, da sie auch für Künstler und Kultur-Unternehmer in Resteuropa interessant sein könnten.
Crowd-Funding
Dieser Tage wird häufig über Crowd-Funding geredet, und auch auf dem Festival wurde diese Methode der Geldbeschaffung als eine neue Möglichkeit, Kunst und Kultur zu finanzieren, angesprochen. Anhand einiger bereits erfolgreicher Crowd-Funding-Projekte konnte man Tipps und Tricks erfahren.
Erstens: leben Sie Ihr Projekt! Menschen unterstützen echten Enthusiasmus und Hingabe gern, und die Finanzierer sollten Sie und Ihre Leidenschaft für Ihr Projekt mögen. Wenn Sie ein Projekt beginnen, sollten mehrere Menschen mitmachen.
Zweitens: die Menschen, die an dem Projekt beteiligt sind, möchten Anteil an ihm haben – ihnen eine bestimmt Rolle zuzuteilen, ist sehr wichtig.
Drittens: warten Sie nicht darauf, dass Sie und Ihr Projekt entdeckt und finanziert werden. Man sollte wirklich sehr aktiv sein und die Crowd-Funding-Methode dazu verwenden, alle Arten von Promotion und Aktion rund um das Projekt zu machen. Wie beliebt Crowd-Funding zur Zeit auch sein mag - das ist definitiv nicht der einzige Weg, um Kunst und Kultur zu finanzieren.
Halbe Bier

Auf dem Art as Money Festival stellte Castelein seine neue Initiative Halbe Beer vor: Halbe ist der Vorname des holländischen Ministers, der für die Kürzungen im Kulturbereich des Landes verantwortlich ist. Die Idee hinter Halbe Beer ist, eine neue Biermarke einzuführen, die an jedem Kulturstandort der Niederlande erhältlich ist – das würde der Marke einen guten Anteil am gesamten nationalen Biermarkt garantieren. Der Profit aus dem Verkauf sollte komplett in Kultur und Kunst reinvestiert werden, was den gesamten holländischen Kultursektor unabhängig von jedweder Form der staatlichen Finanzierung machen würde.
Nur für Mitglieder
Ein anderes Modell, um unabhängig von staatlicher Unterstützung und Werbung zu bleiben, ist die Wiedereinführung des guten alten Mitgliedschaft-Prinzips. Diese Art des Zugangs ist heutzutage in fast allen kulturellen Institutionen verschwunden, aber wenn er gut gemacht und gehandhabt wird, könnte er zur Beständigkeit eines finanziellen Fundaments beitragen. Wie man ein entsprechender Club mit Mitgliedern wird, wird von Mediamatic, einem Labor für New Media, sehr interessant erklärt. Am wichtigsten ist es, dass Sie Ihren Mitliedern exklusive Waren oder Dienstleistungen anbieten – und so cool sind, dass die Leute sich mit Ihnen und Ihren Aktivitäten identifizieren wollen.
Das Projekt Exchanghibition Bank
Es wurden viele Möglichkeiten präsentiert, die die Kulturszene in den kommenden Jahren verändern könnten – so viele, dass man schon fast vergisst, dass einer der besten Wege, mit Kunst reich zu werden, der ist, dermaßen aufregende Werke zu produzieren, dass Menschen sie auch kaufen wollen.
Dadara selber liefert dafür ein gutes Beispiel: bei seinem Projekt Exchanghibition Bank werden eigene, farbenfrohe Banknoten hergestellt, die als Währung für die holländischen Kulturszene verwendet werden sollen. Aufgrund der Tatsache, dass diese Banknoten an sich schon kleine Kunstwerke sind, wollen viele Menschen sie kaufen. Hier finden Sie den Bericht vom The Art as Money festival.
Kommentar hinzufügen
Ähnliche Beiträge
Thema
Stadt
Branche
Aktuelle Tweets

































