Art Ensemble Theater spielt Goethe & Co.

Zugegeben, der Hip-Faktor von Goethe ist jetzt nicht soooo hoch. Und doch: Die Literatur des Meisters ist irgendwie zeitlos, oder hören sich Themen wie „Kampf der Religionen und Kulturen“, „Perspektivlosigkeit im politischen Tagesgeschehen“ oder „Ratlosigkeit in der individuellen Lebensführung“ etwa altmodisch an? Das Bochumer artENSEMBLE THEATER sieht die Aktualität des Dichters ungebrochen und bringt unverdrossen Goethes Werke (und die anderer durch schlechten Deutschunterricht verleideten Klassiker) auf die Bühne. Aber nicht nur, im Repertoire des Ensembles um Jürgen Larys befinden sich auch eigene Stücke. Eins vorweg: Leichte Kost ist das alles nicht, aber sehr sehr nahrhafte!


Zum Beispiel „Calibans Nachtmahr“, das am 25. Mai im Bochumer Bahnhof Langendreer Premiere feiert. Diese „theatralische Reise für drei Masken und eine Musikerin“ führt auf einem Segelschiff Richtung Ithaka, der Heimat des Kapitäns. Außerdem mit an Bord sind Caliban, ein junger Afrikaner, der den Entführer seiner Schwester sucht, und Efendi, ein rätselhafter Feuergeist, ein Geschichtenerzähler aus dem Morgenland. Der Kapitän will ihn erst über Bord werfen, findet aber dann doch Gefallen an dem Kerl. Gemeinsam segeln die drei nach Indien. Die bilderreiche Geschichte für Zuschauer ab 10 Jahren erzählen die Schauspieler anhand von Masken und einigen wenigen Requisiten und Musikinstrumenten.


Zum Beispiel „Pepo allein in New York“, ein Zweipersonenstück mit Musik (Jutta Biermann): Pepo (Jürgen Larys) kommt, nur mit einem kleinen Koffer, in die schlafgestörte Stadt. Er verliebt sich in eine Schaufensterpuppe (Susanne Hocke). Nachdem ihm gelungen ist, die Puppe zum Leben zu erwecken (ja, das geht, schließlich befinden wir uns in einem Märchen), fliegt er mit der Erwachten und kriegt Ärger mit der Polizei …

Das artESEMBLE THEATER hat keinen festen Spielplatz oder Spielplan, sondern ist ein Zusammenschluss freier Musik- und Theaterschaffender, die jeweils auch mit eigenen Projekten unterwegs sind. Im Angebot sind außerdem Kurse im Bereich Schauspiel und Theaterpädagogik, wobei der kreative Gebrauch des ganzen Körpers und aller Sinne, die Improvisation ebenso wie die Arbeit an konkreten Figuren im Mittelpunkt stehen. Auch hier gilt: Leichte Kost ist das nicht …

Calibans Nachtmahr:
25.5., 19 Uhr, Bahnhof Langendreer, Bochum;
22.8., 16 Uhr, Parkbad Süd (open air), Am Stadtgarten 20, Castrop-Rauxel

Pepo allein in New York:
13.+19.6., 16 Uhr; 26.6., 19 Uhr, RÜ-Bühne, Girardethaus, Eingang 6, Girardetstr. 2–38, Essen

www.ensembletheater.de

 

Di, 18.05.2010 0

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09.02.2010

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Metropole Ruhr
Mehr als 5 Millionen Einwohner erleben zurzeit, wie ihr postindustrielles Ruhrgebiet im Westen Deutschlands sich zum spannenden europäischen „place to be“ wandelt. Eine werdende Metropole im Selbstfindungsprozess nach der Kulturhauptstadt 2010. Besondere Kennzeichen: Industriekultur als Teil des kollektiven Gedächtnisses – und als inszeniertes Massenereignis.

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