
„HAND GEGEN KOJE“ – REISEREPORTAGE VON HOLGER STEFFENS
- Serie: Kunst
Das hat man davon, wenn man schnell zurück ins Ruhrgebiet will: Als Holger Steffens 2007 ohne Geld und Kreditkarten in Cuxhaven strandete, dachte er ausnahmsweise nicht ans Schwarzfahren oder Trampen. Der Autor und Journalist wollte auf dem Wasserweg zurück nach Dortmund. Zwar ohne Bezahlung aber trotzdem ehrlich. In alter Seefahrermanier dingte er sich verschiedenen Kapitänen an, für eine Koje als Heuer. So fuhr Steffens auf einem Überseecontainerschiff, Sportboot, Kutteryacht, Schnellboot der DLRG, Einsatzboot der Wasserschutzpolizei und einem holländischen Binnenfrachter nach Hause. Der Weg über das Wasser – gewöhnlich und per Pkw in einem halben Tag zu schaffen – dauerte eine Woche. „Ich habe die Langsamkeit und die Improvisation entdeckt“, sagt der 39-jährige. „Als Mittelloser hat man ca. zehn Erfolgserlebnisse am Tag, die sich mit zehn Enttäuschungen abwechseln. Man lernt Gleichmut.“ Doch „Hand gegen Koje“ ist viel mehr als ein persönlicher Erfahrungsroman. Steffens, der für Reportagen sonst gerne bis nach Afghanistan reist, hat mit seiner Beschreibung des Binnenschiffertums entlang der rostigen Spundwände zwischen Ruhrgebiet und Nordsee einen zähen und zugleich höchst hilfsbereiten Mikrokosmos entdeckt. www.handgegenkoje-dasbuch.de
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