öffentliche Erklärung zum Verlauf der Besetzung des DGB- Gebäudes durch die Initiative Freiraum2010

Die Initiative Freiraum2010 hat das DGB-Gebäude in Essen verlassen, um Verhandlungen zu ermöglichen. Die Räumung war die Bedingung des VTG des DGB, um in Verhandlungen zu treten. Noch bei der Gebäude-Abnahme, bei der keine Beschädigung festgestellt werden konnte, wurde uns vom Eigentümer folgendes zugesichert:
- Die Brandschutzlage im Gebäude wird erneut überprüft, insbesondere in dem Gebäudeteil, den wir besetzt hielten (ehemalige Verdi-Büros, Seitenflügel).
- Es wird uns ein Angebot zur möglichen Nutzung unterbreitet.

Da ein baugleiches Ladenlokal neben dem von uns als Galerie genutzten Gebäudeteils vermietet ist und im Gespräch vor Ort der Eigentümer zu den spezifischen Brandschutzmängeln in diesem Gebäudeteil keine Angaben machen konnte, stellen wir die Argumentation des Eigentümers teilweise in Frage. Das "Brandschutz-Argument" bezog sich auf eine Nutzung des gesamten Komplexes. Dass eine solche Nutzung zu keinem Zeitpunkt gegeben war, ist aus den dem Eigentümer kommunizierten Verlautbarungen ersichtlich. Das nährt den Verdacht, dass der Eigentümer unsere Verlautbarungen und Gesprächsangebote überhaupt nicht oder nicht richtig zur Kenntnis genommen hatte, bevor er die Räumungsklage veranlasste. Dies erklärt auch den verängstigten Auftritt des VTG Vertreters vor Ort. Hinter seinem Anwalt versteckt, ließ er diesen den juristischen Text verlesen.

Wir betonen erneut, dass wir dieses Verhalten angesichts der Situation vor Ort sehr bedauern. Der Eigentümer hat nicht zur Kenntnis genommen, dass wir keine klassische Besetzung durchführten, sondern in einem unverschlossen vorgefundenen Gebäude eine Galerie mit Musikbühne und Atelierräume eröffneten. Die Räume waren zu keinem Zeitpunkt nur besetzt, sondern sie wurden durchgehend genutzt. Durch Erstattung von Räumungsklage hat der Eigentümer de facto eine Galerie mit Musikbühne und fünf Atelierräume geschlossen. Wir sind sehr froh, dass es uns gelungen ist eine öffentliche Diskussion über nicht-vorhandene Freiräume für KünstlerInnen im Ruhrgebiet anzutreten. Dass diese nicht vorhanden sind, stellt für uns für uns selbstredend keine Neuigkeit dar und es ist dann verwunderlich, wenn auch stets begrüßenswert, dass sich Verantwortliche nun zum Teil für unsere Aktion begeistern. Dass es im Ruhrgebiet und auch bundesweit an unkommerziellen Freiräumen mangelt ist nun wahrlich keine Überraschung.

Wir vertrauen in der jetzigen Situation auf den DGB als Verhandlungspartner!

Wir fordern, dass die versprochenen Verhandlungen augenblicklich in Gang kommen und nicht erneut in der Bürokratie versanden!

Wir denken, dass wir durch unsere Verhalten dafür beste Ausgangsbedingungen geschaffen haben. Wir werden ab jetzt täglich den Vorplatz des Gebäudes gestalterisch bearbeiten und laden am nächsten Mittwoch den 28.7. zum Fest vor dem Gebäude ein. Mit Aktionen vor dem Gebäude und in der Innenstadt werden wir den ganzen Tag über auf unser Anliegen hinweisen und laden ab 18 Uhr alle Unterstützer (ausdrücklich auch den DGB) ein mit uns auf die Wiedereröffnung unseres Kunsthauses hinzufeiern. Die Presse (und den Eigentümer) laden wir herzlich um 11 Uhr zur Pressekonferenz ein. Diese findet vor dem Gebäude (Schützenbahn 11) statt.

Selbst wenn vorerst nur eine Teilnutzung des Gebäudes möglich sein sollte und diese nur bis zum Verkauf des Gebäudes gelten sollte, wäre dies für uns ein Teilerfolg, der uns zwar nicht die Möglichkeit geben würde, wenigstens einen geringen Teil, der bei uns aus dem ganzen Ruhrgebiet anfragenden Künstler unterzubringen (die Warteliste ist nach 250 Einträgen vorerst geschlossen), aber zumindest die vitale, freie und kreativ-ästhetische Szene erst einmal sichtbar zu machen und die begonnene Arbeit fortzusetzen. Wir würden uns sehr darüber freuen und halten uns alle Optionen offen. Danke an alle die uns besucht, mit uns geredet und über uns berichtet haben. Besonders freut uns auch die Unterstützung die wir von der "Recht auf Stadt" aus Hamburg erhalten haben. Den offenen Brief der Hamburger können Sie hier lesen.

Freiraum - vor der Tür

 

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Do, 22.07.2010 2

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22.07.2010

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Mehr als 5 Millionen Einwohner erleben zurzeit, wie ihr postindustrielles Ruhrgebiet im Westen Deutschlands sich zum spannenden europäischen „place to be“ wandelt. Eine werdende Metropole im Selbstfindungsprozess nach der Kulturhauptstadt 2010. Besondere Kennzeichen: Industriekultur als Teil des kollektiven Gedächtnisses – und als inszeniertes Massenereignis.

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