„Aufkröppen in Gelsenkirchen“: Ein Kurzhörspiel von Ludger Haumann

„Aufkröppen in Gelsenkirchen“ – mit diesem Text konnte Ludger Haumann aus Dortmund das Publikum beim Kurzhörspiel-Wettbewerb in Nottbeck überzeugen. Aufkröppen? Das Wörterbuch verrät: aufspielen, künstlich aufregen (eigentlich: das Aufblähen eines Hahns).

 

Herzlichen Glückwunsch, Sie haben mit Ihrem Text „Aufkröppen in Gelsenkirchen“, einer sehr unterhaltsamen und ausgelassenen Fantasie über das tägliche Zubettgeh-Ritual, beim Westfälischer Kurzhörspiel-Award „Shortcuts“ auf dem Kulturgut Haus Nottbeck vom Publikum einen der ersten drei Preise zugesprochen bekommen! Ein gutes Gefühl?

Ludger Haumann: Ja, auf jeden Fall.

 

Wie sind Sie zum Hörspiel, zum Kurzhörspiel gekommen? Gab es einen konkreten Anstoß, eine Initiation?

Vor einigen Jahren wurde ich auf die „Ars acustica“-Produktionen bei WDR 3 aufmerksam. Es war für mich interessant, Städte als Klanglandschaften zu erleben.

 

Was ist für Sie der Anlass zu schreiben? Und was reizt Sie insbesondere am Kurzhörspiel?

Fantasie auszuleben und Freude daran, die unmöglichsten Sinn- und Unsinnigkeiten zusammenzureimen. Als Musiker interessiert mich Klang schon immer. Beim Schreiben meines Kurzhörspiels war der Gedanke am Anfang, zwei Klangwelten zu kombinieren: Zoo und Schlafzimmer.

 

Was macht für Sie ein gelungenes Kurzhörspiel aus?

Dass man versucht, den Klang mitzudenken. Das ist ganz wichtig, glaube ich.

 

Wie kam Ihnen die Idee zu Ihrem Text? 

Neben dem Zoo in Gelsenkirchen steht eine kleine Kirche, in der ich regelmäßig-unregelmäßig konzertiere. Vor dem ersten Auftritt kam mir schon die Frage, wie ein Elefantentrompeten zur Laute klingen würde.

 

War es schwierig, sich auf eine DIN A4-Seite beschränken zu müssen?

Die geforderte Kürze war angenehmer Zwang; dadurch muss man in der Form sehr strikt sein.

 

Was für ein Gefühl war es, den Text zur akustischen Inszenierung in fremde Hände zu geben?

Das Resultat war überraschend. Die Regie überlässt die Tiergeräusche den Sprechern, die das sehr witzig und wirkungsvoll umgesetzt haben. Dadurch wird das Spiel weniger absurd, gewinnt aber eine tierische Menschlichkeit, die sehr anrührt. Ein großes Dankeschön an alle Beteiligten für diese pfiffige Realisation!

 

Werden Sie auch weiterhin schriftstellerisch im Rahmen von Radio und Hörspiel aktiv sein?

Es macht Spaß zu hören, wenn kreative Köpfe die Ideen weiterspinnen, die man sich beim Schreiben ausdenkt. Das war eine schöne Erfahrung, und natürlich fühlt man sich sehr ermutigt.

 

Vielen Dank für das Gespräch!

Teaserfoto: Andreas Schwindt, Flickr, (CC)

Textfoto: vivatier, Flickr, (CC)

 

 

Do, 09.08.2012 0

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18.07.2012

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